Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentelle Beiträge zur Untersuchung des Gedächtnisses
Person:
Müller, G. E. F. Schuman
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15468/80/
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Gr. E. Müller und F. Schumann. 
ganz andere Resultate heraussteilen, als wir erhalten haben. 
Dann wird die Streuung zu einem ganz wesentlichen Teile 
auf Verschiedenheiten der ursprünglichen Bereitwilligkeit der 
Silbenreihen beruhen, welche für verschiedene Versuchspersonen 
in gleicher Weise bestehen. 
In methodologischer Beziehung ergiebt sich aus unseren 
obigen Darlegungen, dafs es, wie schon früher auf S. 261 hervor¬ 
gehoben, wenigstens bei feineren Untersuchungen, nicht rätlich 
ist, von den verschiedenen zur Verfügung stehenden Versuchs¬ 
personen ganz dieselben Haupt- und Vergleichsreihen auswendig 
lernen zu lassen, damit eine bei allen Versuchspersonen sich 
etwa herausstellende geringe Differenz zwischen dem den 
Hauptreihen und dem den Vergleichsreihen entsprechenden 
Werte von wa nicht dem Verdachte ausgesetzt sei, lediglich 
auf für alle Versuchspersonen sich in gleicher Weise geltend 
machenden zufälligen Verschiedenheiten der Bereitwilligkeit 
der Silbenreihen zu beruhen. Verfügt man nicht über normale 
Reihen, so ist die hier erwähnte Vorschrift natürlich um so 
mehr zu befolgen. 
Neben dem oben benutzten Verfahren (der Berechnung der Koinci- 
denzen) kann man zur Entscheidung der in diesem Paragraphen be¬ 
handelten Frage auch noch ein anderes Verfahren anwenden, welches 
hier in Anschlufs an das Obige noch kurz angegeben werden möge. 
Man berechne die mit Sa zu bezeichnende Summe aller positiven 
Werte von cf, welche die von der Versuchsperson a bei der ersten 
Zeitlage erlernten Silbenreihen ergeben haben, und ebenso die mit St zu 
bezeichnende Summe aller positiven Werte von cf, welche die bei der 
ersten Zeitlage erlernten Silbenreihen bei der Versuchsperson b ergeben 
haben. Und endlich bestimme man noch die mit Th zu bezeichnende 
algebraische Summe derjenigen (teils positiven, teils negativen) Werte 
.von cf, welche bei der Versuchsperson b sich für alle diejenigen bei der 
ersten Zeitlage erlernten Silbenreihen ergeben haben, denen bei der 
Versuchsperson a positive Werte von d' entsprachen, und ebenso die 
mit Ta zu bezeichnende algebraische Summe aller derjenigen Werte von 
cf, welche bei der Versuchsperson a sich für alle diejenigen bei der 
ersten Zeitlage erlernten Silbenreihen herausgestellt haben, denen bei 
der Versuchsperson b positive Werte von cf entsprachen. Bestehen nun 
wirklich zwischen den von beiden Versuchspersonen erlernten Silben¬ 
reihen wesentliche Verschiedenheiten der ursprünglichen Bereitwilligkeit, 
welche für beide Versuchspersonen dieselben sind, so müssen die 
Summen werte Ta und T>, positiv und im Verhältnisse zu den Summen 
Sa und Sh nicht gering sein. Beruhten die Abweichungen untereinander, 
welche die von der Versuchsperson a oder b erzielten Werte von w 
zeigen, ausschliefslich auf solchen für beide Versuchspersonen in gleicher
        

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