Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentelle Beiträge zur Untersuchung des Gedächtnisses
Person:
Müller, G. E. F. Schuman
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15468/6/
262 Cr. JE. Müller und F. Schumann. 
Gegenwärtig finden Silbenreihen, welche wir bei diesen unseren 
Untersuchungen gebildet haben, mit großem Vorteile sogar 
bei Gedächtnisversuchen Anwendung, welche nach einem ganz 
anderen Verfahren, als dem EbbinghausscIien Ersparnisverfahren, 
angestellt werden. 
Natürlich bleiben auch bei unserer Art des Aufbaues der 
Silbenreihen noch erhebliche Ungleichförmigkeiten einzelner 
Eeihen übrig. Über die Eichtungen, in denen man etwa Vor¬ 
gehen kann, um die von uns beim Aufbau der Silbenreihen 
getroffenen Mafsregeln noch zu ergänzen oder durch andere, 
noch bessere Mafsnahmen zu ersetzen, lassen wir uns hier 
nicht aus, teils der Raumersparnis halber, teils deshalb, weil 
alle derartige Dinge erst hinsichtlich ihrer praktischen Durch¬ 
führbarkeit ausprobiert sein wollen und es vor einer solchen 
praktischen Erprobung nicht viel Zweck hat, weitere Worte 
über dieselben zu machen. Wie man sich bei der Auswahl 
der Konsonanten und Vokallaute, die beim Auf baue der Silben 
zu verwenden sind, zu verhalten habe, welche Silben man als 
besonders schwer aussprechbar überhaupt ganz auszuschliefsen 
habe, für diese und andere ähnliche Punkte lassen sich über¬ 
haupt keine allgemeine Vorschriften aufstellen. Dies alles richtet 
sich nach der Nation, dem Stamme, ja sogar nach der Indivi¬ 
dualität der Versuchsperson. Endlich versteht sich von selbst, 
dafs die Vorschriften, die wir beim Aufbau unserer 12silbigen 
normalen Silbenreihen befolgt haben, gewisse Modifikationen 
zu erfahren haben, wenn man zur Benutzung von Eeihen über¬ 
geht, welche mehr als 12 Silben umfassen. 
' 4. Nicht unwichtig ist die Bemessung der Buhepausen, die 
zwischen die in einer und derselben Sitzung zu erlernenden 
einzelnen Silbenreihen fallen. Bei Ebbinghaus (a. a. O. S. 34) 
betrug diese Pause stets nur 15 Sekunden. Will man fest¬ 
stellen, welcher Art der Einfluß der Zeitlage bei einer be¬ 
stimmten Bänge dieser. Euhepausen ist, oder will man gar die 
Abhängigkeit untersuchen, in welcher der Einflufs der Zeitlage 
zur Länge der Zwischenpausen steht, so haben natürlich 
alle Längenwerte der Zwischenpause sozusagen die gleiche 
Berechtigung. Anders steht es, wenn ein solches speeielles 
Interesse, an dem Einflüsse der Zeitlage nicht in Frage kommt. 
Alsdann hat man danach zu streben, dafs die Werte von w, 
welche für bestimmte Versuchsumstände oder für eine bestimmte
        

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