Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentelle Beiträge zur Untersuchung des Gedächtnisses
Person:
Müller, G. E. F. Schuman
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15468/56/
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G, F. Millier und F. Schumann. 
Weise geltend. Vor allem traten solche Associationen dadurch 
hervor, dafs in Versuchsreihe VI die Versuchsperson S. sich 
manchmal bei Erlernung einer Haupt- oder Vergleichsreihe 
(S. 142 ff.) der absoluten Stellen, welche eine oder mehrere Silben 
der Eeihe in der betreffenden Vorreihe besessen hatten, erinnerte 
und auf Grund solcher Erinnerung erkannte, ob die gegebene 
Eeihe eine Haupt- oder Vergleichsreihe sei. Einige Male kam 
es in dieser Versuchsreihe VI vor, dafs S. sich bei Erlernung 
einer Vergleichsreihe zwar nicht genau der absoluten Stelle 
erinnerte, welche eine oder mehrere Silben in der Vorreihe be¬ 
sessen hatten, aber doch wenigstens anzugeben wufste, dafs 
eine oder mehrere Silben, welche in der ersten oder zweiten 
Hälfte der Vergleichsreihe standen, in der Vorreihe in der 
anderen (zweiten, bezw. ersten) Hälfte gestanden hätten. Auch 
schon in Versuchsreihe V kam es vor, dafs die Versuchsperson, 
bei Erlernung einer Umstellungsreihe Lu (S. 107) sich richtig 
dessen erinnerte, dafs die sechste und zwölfte Silbe auch bereits in 
den betreffenden Vorreihen an sechster, bezw. zwölfter Stelle ge¬ 
standen hatten. Und in Versuchsreihe II wurde nach Aussage 
der Versuchsperson M. die Erlernung einer Umstellungsreihe 
merkwürdigerweise einmal dadurch erleichtert, dafs eine Silbe 
mit der sechsten Stelle, welche sie in der Vorreihe besessen 
hatte, fest associiert war und infolgedessen in der Umstellungs¬ 
reihe, wo sie an siebenter Stelle stand, sich schon an sechster 
Stelle im Bewufstsein des Lernenden mit einstellte. 
Hauptsächlich scheinen solche Silben, welche wegen ihrer 
Identität mit einsilbigen Wörtern oder wegen ihrer Ähnlichkeit 
zu solchen oder aus sonstigem Grunde die Aufmerksamkeit be^ 
sonders auf sich ziehen, eine Tendenz zu haben, sich in höherem 
Grade mit ihren absoluten Stellen zu associieren. Das Ent¬ 
sprechende scheint, auch von der Association ganzer Takte mit 
ihren Stellen zu gelten. Takte, welche an zweisilbige' Wörter 
oder Phrasen erinnern, scheinen sich leichter und fester mit 
ihren Stellen zu associieren. 
Von besonderem Interesse sind die Fehler, welche beim 
Versuche des Hersagens einer Silbenreihe durch den Einflufs 
der absoluten Stelle bewirkt werden. Es kamen nämlich, und 
zwar bei verschiedenen Versuchspersonen, Fälle vor, wo bei 
einem Hersageversuche an Stelle einer Silbe eine ganz andere 
genannt wurde, welche in einer der vorhergehenden Beihen an
        

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