Bauhaus-Universität Weimar

Besprechungen. 
241 
Schnittes die Städte von mehr als 12 000 Einwohnern ansgeschlossen 
wurden, ergab sich aus allen 3 Jahrgängen, 
dagegen in Karlsruhe unter den 
Eingewanderten; Halbstädtern ; eigentlichen Städtern: 
Langköpfe % 12,2 
14,9 
25,9 
33,3 
Rundköpfe % 38,2 
33,3 
18,4 
12,4 
in Freiburg 
12,4 
22,5 
43,7 
31,3 
. 27,7 
14,8 
Die Bewunderung dieser schönen Folge wird nun freilich gedämpft, 
wenn wir die absoluten Zahlen betrachten, aus denen sie abgezogen 
wurde. Es lagen Beobachtungen vor 
bei den 
Eingewanderten ; Halbstädtern ; Städtern : 
beim ländl. Durchschn. 11,120 in Karlsruhe 615 119 48 
in Freiburg 403 80 48 
Indessen will ich darauf, dafs die Abweichungen der Verteilung 
wahrscheinlich innerhalb des mittleren Fehlers fallen,, jetzt kein Gewicht 
legen. Die Gleichmäfsigkeit und die Gleichartigkeit in beiden Städten 
spricht doch für die Bedeutung der Thatsachen. Auch will ich nicht 
sehr hervorheben, dafs, wenn man den jüngsten Jahrgang allein nimmt, 
die Folge bei den Eingewanderten unterbrochen wird. Es sind nämlich 
insgesamt unter 6748 Fällen 15,0 Lang-, 33,5 Rundköpfe, 
dagegen bei 278 Eingewanderten 
in Karlsruhe 14,9 „ 34,3 „ 
bei 149 Eingewanderten 
in Freiburg 14,1 „ 32,2 „ 
Die schwächste Seite der Zahlen liegt anderswo. Wir wissen, 
dafs die zum einjährigen Dienste Berechtigten nicht mitgezählt sind, da 
ja beim Aushebungsgeschäfte die Untersuchungen angestellt wurden. 
Dafs diese Berechtigten in grofsen Städten einen weit gröfseren Teil der 
jungen Mannschaft bilden, als auf dem Lande,' liegt auf der Hand. 
Ebenso ist klar, dafs sie unter den „Eingewanderten“ nur schwach ver¬ 
treten sein können. Gegenüber dem Schwarme von jungen Leuten, die 
nach Vollendung der Volksschule als Lehrlinge, Kellner, Fabrikarbeiter 
und zu allgemeinen Dienstleistungen .in die Hauptstadt, sich drängen, 
kommen die auswärts geborenen Schüler schon darum nicht relativ in 
Betracht, weil sie meist nur mit ihren Eltern einwandern, sonst wenigstens 
selten aus den entfernteren Gegenden des Landes, und nur Schüler konnte 
derVerfasser zur Vergleichung heranziehen, da eine-Universität in Karls¬ 
ruhe nicht vorhanden ist, und da er überhaupt die ganze Zahl der im ent¬ 
sprechenden Alter stehenden Berechtigten — dazu hätten noch kommen 
müssen die etwa 20jährig schon dienten oder gar gedient hatten — 
nicht zu seiner Verfügung hatte. Es ist kein Wunder, dafs, zumal ..in 
einer grofsen Stadt unter den höheren Schülern die Stadtgeborenen ein 
starkes Übergewicht haben; eher darf man überrascht sein, zu bemerken, 
wie zahlreich unter den Stadtgeborenen die höheren Schüler angetroffen 
werden. Die Angaben des Verfassers sind freilich, wie er eingesteht, 
Zeitschrift für Psychologie VI. 16
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.