Bauhaus-Universität Weimar

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Julius Koppe. 
änderung dieser Figur ein, die wie eine Schrumpfung im¬ 
poniert; indem Diagonale HH' sich zu II' verkürzt und 
Diagonale F G unverändert bleibt, verwandelt • sich FH G IF 
in F IGF. 
War die entgegengesetzte Bewegung, der Spiegel kante 
zugewandt, vorhergegangen, und unterbreche ich (Fig. 2) die 
Dotation, wenn CEDE' sichtbar ist, so vergröfsert sich diese 
Figur scheinbar; indem die Diagonale EE' sich zu II‘ ver¬ 
gröfsert und Diagonale CD konstant bleibt, entsteht aus 
CEDE' das Bild CIDF. 
Statt der Dreiecke kann man beliebige andere Figuren 
wählen, z. B. Rechtecke, Kreise etc. Stets beobachtet man mit 
Eintritt der Scheinbewegung Formveränderungen an den 
symmetrischen Bildhälften, deren gemeinsames Kennzeichen ist : 
Veränderung der Dimension, welche der Bewegungs¬ 
richtung entspricht, während die Dimension senk¬ 
recht hierzu unverändert bleibt. 
Man hat die Empfindung, als beständen die symmetrischen 
Figuren aus sehr elastischem Gummi, welches sich der Scheiben¬ 
bewegung entsprechend dehne und zusammenziehe, während es an 
der Spiegelkante befestigt sei. 
Dieselben Erscheinungen ergeben sich, wenn auch weniger 
frappant, wenn man einen Teil der Scheibe mit gerade ge¬ 
schnittenem Papier bedeckt und die Bilder beobachtet, welche 
an der Kante des Papiers auftauchen, allmählich gröfser 
werdend, oder kleiner werdend verschwinden, je nach der 
Bewegungsrichtung. 
Schafft man, wie schon erwähnt, kleinere Flächen durch 
Bedecken der Scheibe mit Papier und beobachtet die 
Rotation durch kleine Auschnitte aus der Bedeckung, so sieht 
man gleichzeitig entsprechend kleine Figuren an einer Seite 
auftauchen und andere an der gegenüberliegenden Seite ver¬ 
schwinden. 
Bei Eintritt der Scheinbewegung erfahren dann gleich¬ 
zeitig die Bilder eine scheinbare Vergröfserung, deren Kleiner¬ 
werden wir bemerkten, und die eine Verkleinerung, welche 
wir allmählich gröfser werden sahen. 
Die Bilder, welche im Moment der Bewegungsunterbrechung 
frei in dem bewegten Gesichtsfelde liegen, also an die ruhenden 
Grenzen (Spiegelkante) nicht unmittelbar anstofsen, erfahren
        

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