Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Umfang des Gehörs in den verschiedenen Lebensjahren
Person:
Zwaardemaker, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15376/4/
Der Umfang des Gehörs in den verschiedenen Lehensjahren. 
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wollen, so sind Helmholtz,1 B. König, Preyer,2 Kerr-Lote3 und 
Appunn4 zu nennen. Alle diese haben eigene Beobachtungen 
gemacht, welche aber nicht ganz untereinander übereinstimmen. 
Wir haben ihre Resultate zur besseren Übersicht in folgendem 
Schema vereinigt. 
x 
8 
ö 
XX 
16 
32 
cp 
t^^am^^Haat256aaK^l^mMW24IIB^04^al409^H^92 
Fig. 1. 
Schema der Gehörsinne nach früheren Beobachtern. 
X X X 
16384 32768 
Die Töne sind hier in einer Linie, wie auf der Tastatur 
eines Klaviers, von links und rechts geordnet. Links finden 
sich die niederen Oktaven, rechts die höheren, und unter der 
Linie sind die Schwingungszahlen angegeben, mit welchen die 
Oktaven anfangen und enden. Dazu ist das a d’orchestre 
angegeben, damit man sofort die Lage der Linie der musi¬ 
kalischen Tonskala gegenüber erkennen kann. 
Nun habe ich im Jahre 1890 gefunden, dafs die individuellen 
Verschiedenheiten, welche bis jetzt unerklärt geblieben waren, 
jedenfalls zum gröfsten Teile auf Eigentümlichkeiten des Alters 
zurückzuführen sind. Es stellte sich nämlich heraus, däfs die 
obere Grenze während des Lebens in unaufhörlicher Änderung 
begriffen ist. Dieselbe verschiebt sich langsam in der Jugend, 
schneller im Greisenalter, und zwar in der Weise, dafs manche Töne 
für den Greis spurlos vorübergehen, welche der Mann noch deutlich 
hört, und diesem wieder Töne fehlen, welche der Knabe leicht 
auffassen kann. Ein Teil dieses Faktums war schon längst 
bekannt (Oskar Wolee, Guye, Vierordt), nämlich die Thatsache, 
dafs Greise die hohen Töne unvollkommen hören. Neu hinzu¬ 
gefügt wurde von mir nur, dafs dieser Verlust an hohen Tönen 
schon in der Kindheit anfängt und ganz allmählich, unabhängig 
von Veränderungen am Trommelfelle, durch das ganze Leben 
1 Die Lehre von den Tonempfindungen. 2. Ausgabe. S. 263. 
2 W. Preyer, Über die G-renze der Tonwahrnehmung. Sammlung 
physiologischer Abhandlungen. 1. Reihe. l.Heft. Jena 1876. 
5 Glasgower Dissertation. Journ. ofAnat. and Phys. norm, and path. 
Vol 23. Pag. 336. 1889. 
1 Berichte der westerauischen Gesellschaft. 1887/88. 
Preyer
        

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