Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Funktion und Funktionsentwickelung der Bogengänge
Person:
Schaefer, Karl L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15375/7/
Funktion und Fimktionsentwickelung der Bogengänge. 7 
Physiologischen und Anatomischen. Anstalt eine Untersuchung 
dieser Art ausführen. 
Die künstliche Befruchtung wurde am 8. April mittags in 
der bekannten Weise vorgenommen und die Brut in täglich 
gewechseltem, reinem Leitungswasser aufgezogen. Eine be¬ 
sondere Fütterung der Larven fand während der ganzen Zeit 
nicht statt. Am, 17. April, also am 9. Tage —- die Versuche 
fanden stets morgens statt —, bewegten sich zuerst Larven 
spontan im Wasser. Am nächsten Tage waren schon die meisten 
ohne Gallerthülle und schwammen, wenn auch noch nicht 
lebhaft, im Behälter umher. Mit diesem Tage, dem 10. also, 
begannen nun auch die Drehversuche. Da die Versuchstiere 
noch sehr zart, wurden sie in einem leeren Becherglase gedreht 
und nach dem plötzlichen Anhalten rasch Wasser zugegossen, 
oder es wurde nach dem Anhalten der Scheibe das Gefäfs abge¬ 
nommen und in eine grofse Wanne mit Wasser so eingetaucht, 
dafs das Versuchsobjekt sanft herausgespült wurde. Vom 
13. Tage an kam folgende Methode zur Anwendung. Auf den 
Boden des früher benutzten Pappkastens wurde ein schmaler, 
teilweise feuchter und daher etwas anklebender Streifen Flies¬ 
papier gebracht, dessen äufseres trockenes Ende den Kasten¬ 
rand überragte. Auf diesen Papierstreifen kam das Tier, dem 
eine der zu erzielenden Manègébewegung — auf die Beobachtung 
von Rollbewegungen wurde überhaupt verzichtet, und also 
eigentlich nur der horizontale Bogengang in Betracht gezogen — 
entsprechende Lage gegeben wurde. Nach der Rotation wurde 
der Papierstreifen am überstehenden Ende gefafst und das Tier 
rasch und sanft in das Wasser gelassen. Trotzdem somit möglichst 
auf eine vollkommene Technik Bedacht genommen wurde, 
beobachtete ich erst am 14. Tage ganz vereinzelt, und etwas deut¬ 
licher am 15. Tage Bewegungen, die vielleicht schon als Zwangs¬ 
bewegungen aufgefafst werden konnten. Unzweifelhaft echte 
Manègebewegungen, die auch durch das charakteristische 
krampfhafte Schlagen des Schwanzes ausgezeichnet waren, 
wurden zuerst am 16. Tage gesehen und von da an täglich in 
steigender Frequenz beobachtet. Allerdings blieb der Procent¬ 
satz stark hinter demjenigen älterer Larven zurück, was 
aber wohl in der relativen Zartheit der Objekte und den darum 
gröfseren technischen Schwierigkeiten der Versuche seine Ur¬ 
sache haben dürfte.
        

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