Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
John Turner: Asymmetrical conditions met with in the faces of the insane, with some remarks on the dissolution of expression. Journ. of mental science, Bd. 38, S. 18–29 u. 199–211, 1892
Person:
Placzek
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15369/1/
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Litteraturbericht. 
Belastung und zunehmende Entartung bei Griechen und Römern der 
Ausbreitung der Unsittlichkeit in jeder Form den breitesten Boden. 
Der mafslosen Begier genügte die natürliche Befriedigung nicht mehr, 
und man ging, zur unnatürlichen über, behielt aber anfangs noch die 
Frauen bei und ging erst später, auf dem abschüssigen Wege weiter 
vorschreitend, zu den Knaben über, deren unreife Formen an die der 
Frauen erinnerten. 
Aus gleichem Grunde entmannte man sie, und der Ausdruck: 
Eunuche bezeichnet^ anfangs weiter nichts als eine Person, die sich zu 
Ehren eines Gottes im Tempel preisgab. So waren die Priester der 
Oybele Eunuchen, aber keine Kastrierten. 
So führte die zügellose Wollust zur Päderastie und diese zur 
Kastration, zur Entartung des Individuums. 
Wie schon erwähnt, sind die vom Verfasser erreichten Resultate recht 
erfreulich, bei einer Menge von Patienten erzielte er völlige Genesung, 
bei anderen wesentliche Besserung, und selbst in den schwersten Fällen 
gelang die Beseitigung onanistischer Neigungen und der geschlechtlichen 
Überreizbarkeit, Gründe genug, um dem Heilverfahren eine weitere 
Verbreitung zu wünschen, die es wohl auch finden wird, da dergleichen 
Werke, wie dies v, Scheenck selber erwähnt, hauptsächlich von den 
•betreffenden Kranken zur Lektüre gewählt werden. Aber auch andere 
Leute werden den Ausführungen des Verfassers mit Interesse und mit 
Vorteil folgen. Pelman. 
John Turner. Asymmetrical conditions met with in the faces of the 
insane, with somè remarks on the dissolution of expression. Joum. 
of Mental Science. Bd. 38. S. 18—29 u. 199—211. (1892.) 
Verfasser untersuchte 1. die Ungleichheit der Pupillen. Aus¬ 
geschlossen wurde deren Kombination mit Reflex- und Accommodations- 
störung. Ervfand Pupillenungleichheit bei lk aller neu aufgenommenen 
Geisteskranken; weit häufiger war sie bei den chronischen Fällen, am 
gewöhnlichsten bei Paralyse. Welche Gehirnhälfte die Differenz bedingt, 
läfst sich schwer entscheiden, noch unbestimmter ist die genauere topische 
Lokalisation. (Reche betont in Deutsch, med. Wochenschr., 30. März 1893, 
dafs der Anisokorie im allgemeinen keine Bedeutung beizulegen sei. Ref.) 
2. Deviation der Zunge fand sich in 24% der neu aufgenommenen 
Psychosen, 38 mal nach R., 43 mal nach L. Man mufs auf irgend eine 
Störung der die Zungenmuskulatur beherrschenden Centra schliefsen. 
3. Asymmetrien der Gesichtsmuskulatur. Häufigere Differenz in deren 
unterer Hälfte bei kongenital Schwachsinnigen (gröfsere Tierähnlichkeit), 
bei den anderen Psychosen häufiger in der oberen Gesichtshälfte (Hirn, 
Augenlider). 
Eine Reihe trefflicher Photographien erläutern die interessanten 
Ausführungen des Autors. Des näheren auf dieselben einzugehen, ver¬ 
bietet der enge Rahmen des Referates. Placzek (Berlin).
        

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