Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
L. Hermann: Phonophotographische Untersuchungen IV. Pflügers Archiv, Bd. 53, S. 1–51, 1892
Person:
Raps
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15358/1/
Litteraturbericht. 
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sprechenden Stellen deutliche Zacken aufwies ; hei schnellerem Schreiben 
entstand eine nur hie und da von Höckern unterbrochene Linie. Beim 
Lesen bewegte sich das Lichtbild mit grofser Schnelligkeit in einer 
absolut geraden Linie. Arthur König. 
L. Hermann. PhonophotographischeUntersuchungen IV. Pflügers Archiv. 
Bd. 53. S. 1—51 (1892). 
In früheren Arbeiten hatte Hermann ein photographisches Ver¬ 
fahren zu hoher Vollendung gebracht, durch welches es ihm gelang, 
die Schwingungen von Eisen, Glimmer und Glasmembraneri mit grofser 
Sicherheit aufzuzeichnen. Dieses Verfahren hatte er zur Untersuchung 
der Vokallaute angewandt. Da aber die Eigenschwingungen der Mem¬ 
branen bei diesem Verfahren die Resultate immerhin noch verfälschen 
konnten, so suchte sich Hermann von derartigen Fehlern dadurch frei 
zu machen, dafs er die Eingrabungen in dem Wachscylinder des neuen 
EmsoNschen Phonographen auf photographischem Wege in Kurven 
verwandelte. Hierbei konnte die Treue der Phoüographenschrift durch 
Abhören mittelst des Ohres auf das genaueste kontrolliert werden. Die 
neue Abhandlung zerfällt in 3 Hauptteile. 
In dem ersten Teile der Arbeit wird der neue EmsoNsche Phonograph 
sehr genau beschrieben und es werden einige einfache an demselben ge¬ 
machte Erfahrungen mitgeteilt. 
In dem zweiten Teile wird das Verfahren zur photographischen 
Kurvenaufnahme der Phonographeneindrücke auseinandergesetzt. 
Da der Reproducer des Phonographen (d. h. die Glasmembran, 
welche mittelst eines Stiftes von den Eindrücken in der Walze erschüttert 
wird und so die in den Phonograph gesprochenen Worte reproduciert) 
zur Aufnahme des Spiegelchens, dessen Bewegung photographiert wird, 
nicht geeignet ist, so Wurde ein besonderer Aufnahmeapparat konstruiert. 
(Einwurfsfreier wäre es allerdings gewesen, das Spiegelchen doch am 
(Reproducer zu befestigen, so dafs man die Bewegungen des ganzen Systems 
mit dem Ohre kontrollieren konnte.) Ein kleiner abgerundeter Stahlstift 
(Läufer), dessen Kopf genau demjenigen des Reproducer gleicht, wurde 
durch eine Stahlfeder gegen die Eindrücke des Phonographencylinders 
gedrückt. Die bei der Umdrehung der Phonographenwalze hervor¬ 
gerufene Bewegung des Läufers wurde durch eine doppelte Hebelüber¬ 
setzung in eine Winkelbewegung des Spiegelchens um eine vertikale Achse 
verwandelt. Diese Winkelbewegung des Spiegelchens wurde auf die in 
den früheren Arbeiten Hermanns angegebene Weise photographiert und 
ergab so die Vokalkurven. Zur Vermeidung von Eigenschwingungen 
wurde die Phonographenwalze durch ein Uhrwerk langsamer getrieben, 
als es durch den Phonographenmotor möglich war. 
Was die Resultate betrifft, so stimmen dieselben im wesentlichen 
mit denjenigen seiner früheren Versuche überein, so namentlich die 
schwebungsartige Verstärkung bezw. Intermittenz der Mundtonschwingung 
in jeder Stimmperiode bei den Vokalen A, Ao, O; die Kurven der hohen 
Vokale E und I zeigen jedoch insofern eine Abweichung von den früher 
erhaltenen, als die kleinen, auch diesmal deutlich ausgeprägten Zäckchen
        

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