Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A. Ahrens: Untersuchungen über die Bewegung der Augen beim Schreiben. Inaugural-Dissertation, Rostock 1891
Person:
König, Arthur
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15357/1/
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Litteraturbericht. 
bezeichnet die von irgend einem Anfangspunkt gerechnete Bogenlänge 
mit if und setzt dann 
1 , b 
T-a + 2V'V 
wo l die Wellenlänge und a und 6 zwei zu bestimmende Konstante sind. 
Hieraus ergiebt sich nun für zwei beliebige komplementäre Spektralfarben 
von den Wellenlängen I, und I2, da diese stets an den beiden Enden eines 
Kreisdurchmessers liegen müssen, 
I2 2 
Es würde also für komplementäre homogene Earbenpaare die einfache 
Beziehung gelten, dafs die Differenz ihrer Schwingungszahlen konstant 
ist. Dieses stimmt nun aber mit den Beobachtungen durchaus nicht, 
was, abgesehen von individuellen Verschiedenheiten, schon daraus 
hervorgeht, dafs alle Spektralfarben, welche eine gröfsere Wellenlänge 
als 660,«/^ besitzen, dieselben Komplementärfarben haben. Trotzdem zeigt 
sich aber an mehreren von dem Verfasser ausführlich mitgeteilten Bei¬ 
spielen (KewTONSche Farbenringe), dafs die Anwendung dieser Farben¬ 
tafel zu Resultaten führt, welche mit der Erfahrung übereinstimmen. 
Bei der Berechnung wenig gesättigter Mischfarben, deren Komponenten 
liber die ganze Ausdehnung des Spektrums zerstreut sind, heben sich 
eben die Fehler gegenseitig zum gröfsten Teile wieder auf, und daher 
hat für solche Mischungen die hier vorgeschlagene Anordnung der 
Farbentafel einen praktischen Werth. Abthür König. 
A. Ahrens. Untersuchungen über die Bewegung der Augen beim 
Schreiben. Inaugural-Dissertation. Rostock, 1891. 
Abgesehen von einer ausführlichen historischen Einleitung zerfällt 
die Arbeit in zwei Teile. 
Der erste enthält die Versuche, welche der Verfasser vermittelst 
willkürlichen Schielens darüber angestellt hat, ob beim Schreiben die 
Zeilenrichtung in die Visierebene fällt oder nicht. Es ergiebt sich, dafs 
dieses nie der Fall ist, selbst wenn bei einer sehr geringen Schräg- 
lagerüng des Heftes durch eine unmerkliche Neigung des Kopfes dieses 
Zusammenfallen bewirkt werden könnte. 
Der zweite Teil untersucht die Bewegungen, welche das Auge 
beim Schreiben ausführt. Diese wurden dadurch sichtbar gemacht, dafs 
auf die Cornea des einen stark kokainisierten Auges ein passend ge¬ 
formtes Elfenbeinschälchen aufgesetzt war, das durch Adhäsion haften 
bleibt. Dieses Schälchen trägt ein kleines Spiegelchen, das als Reflektor 
für einen ganz feinen Lichtstrahl dient, der dann auf einem Schirm auf¬ 
gefangen wird. Bei ganz langsamem, malendem Schreiben konnte man 
oftmals aus der Bahn des Lichtstrahles den betreffenden Buchstaben 
erkennen; bei gewöhnlichem Schreiben beschrieb das Lichtbild bei jeder 
Zeile eine Gerade, welche an den, den geschweiften Buchstaben ent-
        

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