Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Th. Flournoy: Temps de réactions aux impressions auditives. Arch. des Sciences phys. et natur. Bd. 27, S. 575 u. 576, 1892
Person:
Ebbinghaus, Hermann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15354/1/
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Litteratiirbericht. 
die vollständigen Charaktere durch und durch Sensibilät oder Aktivität 
oder Apathie sind, giebt es für den. partiellen Charakter nur einen einzigen 
Punkt, an welchem die Reaktion energisch, unveränderlich und konstant 
ist. Im übrigen denkt und handelt er wie jedermann. 
1. Die einfachsten partiellen Charaktere resultieren aus intellektuellen 
Dispositionen. So kann z. B. eine angeborene Geschicklichkeit für 
Mathematik, Mechanik, Musik, Malerei allmählich zum Kennzeichen des 
ganzen Individuums werden. 
2. Die partiellen Charaktere mit affektiver Form bestehen in der 
ausschliefslichen Herrschaft einer Leidenschaft (sexuelle Liebe, Spiel, 
Geiz u. s. w.). Alles, was sie erweckt, erregt eine energische und identische 
Reaktion. Aufserhalb derselben herrscht Indifferenz. 
Der wahre Charakter verändert sich nicht. 
Giessler (Erfurt). 
J. M. Cattei.l. Aufmerksamkeit und Reaktion. PMlos. Stud. VIII. 3. 
S. 403—406. (1892.) 
Während man bisher immer gefunden hat, dafs die muskulären 
Reaktionen durchschnittlich eine merklich kürzere Zeit erfordern, als 
die sensoriellen, hat Catiell konstatiert, dafs seine Reaktionen nicht 
merklich durch die Richtung der Aufmerksamkeit beeihflufst werden. 
Diese Thatsache kann weder auf grofse Übung im Ausführen von 
Reaktionen noch auf theoretische Voreingenommenheit zurückgeführt 
werden, da C. noch bei 2 weiteren Versuchspersonen, welche bis dahin 
noch nichts von dem Unterschiede zwischen muskulären und sensoriellen 
Reaktionen gehört hatten, dieselbe Thatsache gefunden hat. 
Schumann (Göttingen). 
E. B. Tuchener. Zur Chronometrie des Erkennungsaktes. Phüos. Stud. 
VIII, 1, S. 138—144. (1892.) 
Verfasser bestimmte durch Reaktionsversuche die Zeiten, welche 
zur Erkennung einer Farbe, eines Buchstabens, eines einsilbigen Wortes 
erforderlich sind, mit einer „strengen Durchführung des zwischen den 
sogenannten sensoriellen und muskulären Reaktionen, existierenden Unter¬ 
schiedes“. Es ergab sich bei 3 verschiedenen Versuchspersonen W., M., T.: 
Unterschied zwischen sensorieller und mus- W. M. T. 
kulärer Reaktion.................... 81,4 a 84,4 e 97 
    

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