Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentelle Beiträge zur Untersuchung des Gedächtnisses
Person:
Müller, G. E. F. Schumann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15342/69/
Experimentelle Beiträge zur Untersuchung des Gedächtnisses. 149 
den' zugehörigen Vergleichsreihen gegenüber bewirkt werden 
konnte. Wenn nun trotz dieses 'V erhaltens die Hauptreihen 
des Schema II den Vergleichsreihen gegenüber eine geringere 
Ersparnis ergehen haben, als die Hauptreihen des Schema I, 
so bleibt nichts anderes übrig, als anzunehmen, dafs sich bei 
Erlernung der Vorreihen Associationen durch mittelbare- Folge 
sowohl zwischen den betonten als auch unbetonten Silben ge¬ 
knüpft haben, und zwar die zwischen den ersteren Silben 
gestifteten Associationen erheblich stärker ausgefallen sind, als 
die zwischen den unbetonten Silben hergestellten. Wollte man 
annehmen, dafs die betonten Silben der Vorreihen, eben wegen 
ihrer stärkeren Betonung, im allgemeinen sich fester und 
häufiger mit ihren absoluten Stellen associiert hätten, als die 
unbetonten Silben, und dafs aus diesem Grunde die Haupt¬ 
reihen des Schema I eine gröfsere Ersparnis ergeben hätten, 
als die Hauptreihen des Schema II, so würde zu erwidern sein, 
dafs diese Annahme nicht zu der Thatsache stimmt, dafs nach 
unseren protokollarischen Aufzeichnungen in den Ersetzungs¬ 
reihen des Schema IIvon den aus den Vorreihen übernommenen 
Silben eine gröfsere Anzahl hinsichtlich der absoluten Stellen, 
die sie in den Vorreihen innegehabt hatten, wiedererkannt 
wurde, als in den Ersetzungsreihen des Schema I der Fall war. 
Die Versuchsperson gab nach jeder erlernten Haupt- oder 
Vergleichsreihe sofort zu Protokoll, ob sie den Charakter der 
Reihe erkannt habe, bezw. welche Silben sie hinsichtlich der 
in den Vorreihen von ihnen innegehabten absoluten Stellen 
wiedererkannt habe. Laut unseren Aufzeichnungen wurden 
nun in der ersten Abteilung der Versuchsreihe (in welcher 
zwischen der Erlernung der Vorreihen und derjenigen der 
Ersetzungsreihen eine Zwischenzeit von 24 Stunden verflofs) 
im ganzen nur 17 Silben der Ersetzungsreihen hinsichtlich der 
in den Vorreihen von ihnen innegehabten Stellen wieder erkannt. 
Von diesen 17 Silben entfallen 5 auf die Ersetzungsreihen des 
Schema I und 12 auf die Ersetzungsreihen des Schema II. 
In der zweiten Abteilung der Versuchsreihe (in welcher jene 
Zwischenzeit nur 30 Minuten betrug) würden im ganzen 
208 Silben der Ersetzungsreihen hinsichtlich ihrer absoluten 
Stellen wiedererkannt. Von diesen 208 wieder erkannten Silben 
entfallen 83 auf die Ersetzungsreihen des Schema I und 125 
auf diejenigen des Schema II. Wenn man nun auch noch so
        

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