Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentelle Beiträge zur Untersuchung des Gedächtnisses
Person:
Müller, G. E. F. Schumann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15342/25/
Experimentelle Beiträge mr Untersuchung des Gedächtnisses. 105 
vertikale Felderreihe wandern zu lassen und zuzuselien, ob 
siolr unter den Konsonanten, welche in die Felder dieser 
Vertikalreilie zuletzt eingetragen worden sind, auch ein mit 
der Ziffer des heutigen Versuchstages versehenes f befindet. 
Es ist also, wie hiermit ersichtlich sein dürfte, bei Benutzung 
der Silbentafel die Kontrolle über die Silben in verschiedener 
Richtung ganz wesentlich erleichtert, und können wir nur 
bedauern, nicht schon früher auf das Verfahren mit der Silben¬ 
tafel gekommen zu sein. 
Wie früher erwähnt, wurden die Versuchsreihen I und 11 
nebeneinander durchgeführt, d. h. an jedem Versuchstage war 
jeder von uns beiden sowohl Versuchsperson als auch Versuchs^ 
leiter. In den nachfolgenden Versuchsreihen machte indessen 
der ziemlich umständliche und die Aufmerksamkeit stark in 
Anspruch nehmende Aufbau der Silbenreihen, das dreimalige 
Aufschreiben derselben,1 das Zuhören bei dem lauten Lesen 
und Hersagen der Versuchsperson die Silben und Silbenfolgen, 
welche in den von der Versuchsperson zu erlernenden Silben¬ 
reihen vorkamen, dem Versuchsleiter sehr geläufig. Kamen 
nun zufällig einige dieser Silben in einer oder mehreren der¬ 
jenigen Silbenreihen vor, welche der Versuchsleiter an dem¬ 
selben Tage oder an einem der nächstfolgenden Tage als 
Versuchsperson einer anderen gleichzeitig mit ausgeführten 
Versuchsreihe zu lernen hatte, so konnte hieraus, wie die Er¬ 
fahrung zeigte, auf verschiedene Weise eine Störung für die 
zweite Versuchsreihe entspringen, die Vergleichbarkeit der 
Resultate, welche für verschiedene derselben angehörige Silben¬ 
reihen erhalten wurden, auf verschiedene Weise beeinträchtigt 
werden. Aus diesem Grunde wurde späterhin auch noch die 
Vorschrift befolgt, dafs keiner von uns beiden gleichzeitig als 
Versuchsleiter der einen und als Versuchsperson einer anderen 
Versuchsreihe fungieren dürfe. 
Soviel über die Vorsichtsmafsregeln, durch welche wir 
glauben, die zu erlernenden Silbenreihen wesentlich gleich¬ 
artiger gemacht zu haben. Zur näheren Rechtfertigung dieser 
etwas umständlichen Mafisregeln werden wir in § 18 noch 
einiges bemerken. Hier ist noch hervorzuheben, dafs bei 
1 Die zu erlernenden Silhenreihen wurden aus verschiedenen Gründen 
auch noch vollständig in das Versuchsprotokoll eingetragen.
        

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