Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Albert Moll: Der Rapport in der Hypnose, Untersuchungen über den tierischen Magnetismus. Leipzig, Ambrosius Abel 1892
Person:
Umpfenbach
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15338/3/
IAtteraturbericht. 
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und Anregenden die Menge, weshalb sie, ebenso wie die bisherigen 
Schriften der Gesellschaft für psychologische Forschung auch weiteren 
Kreisen empfohlen sei. 
Umpfenbach (Bonn). 
Koch. Die psychopathischen Minderwertigkeiten. Zweite und dritte 
Abteilung. Ravensburg. Otto Maier. 1892 und 1893. 
Mit dieser zweiten und dritten Abteilung vollendet Koch sein grofses 
"Werk (1891—93, 427 S.), in das er eine ganze "Welt von Fleifs und Ge¬ 
lehrsamkeit in einzelnen Paragraphen, Abschnitten und Unterabteilungen 
hineingelegt hat. 
Zum ersten Male finden wir hier das ganze Gebiet der psycho¬ 
pathischen Minderwertigkeiten behandelt, die den Menschen in seinem 
Personleben beeinflussen, ohne dafs sie doch zu den eigentlichen Geistes¬ 
krankheiten gehören (426), die aber die damit beschwerten Personen 
auch im günstigsten Falle nicht als im Vollbesitze geistiger Normalität 
und Leistungsfähigkeit erscheinen lassen. 
Er hat die bisher schon vielfach und unter anderem Namen be¬ 
schriebenen Zustände gesammelt, gesichtet und in ein zusammenhängendes 
System gebracht, das sich vielleicht noch verschiedene Veränderungen 
gefallen lassen mufs, dessen Verdienste ihmjedochniemand bestreiten kann. 
Es ist ganz erstaunlich, welche Masse an Material und welche 
Menge von Beobachtungen Koch in seine Schilderungen hineingearbeitet 
hat, und sein Werk wird auf lange Zeit hinaus eine Fundgrube für die 
bilden, die sich mit diesem Gegenstände zu beschäftigen haben. 
Er selber spricht am Ende seines Buches die Hoffnung aus, noch 
manchen Mitarbeiter zu bekommen, um die Schätze zu heben, die auf 
diesem Gebiete zu holen sind, und wir fügen die weitere Hoffnung 
hinzu, dafs sie die gleiche Liebe und innige Vertiefung mit an das Werk 
bringen möchten, die Koch bei seinen Forschungen geleitet haben. 
Wenn alsdann auch einige der feinen Unterscheidungen schwinden 
werden, die Koch aufgestellt hat, so ist das vielleicht kein Schaden und 
kommt dem leichteren Verständnisse zu.gute, denn das mufs uns der 
Verfasser nicht verübeln, leicht zu lesen ist sein Buch nicht, und es will 
uns zunächst nicht gelingen, die uns zum Teil fremd anmutenden Be¬ 
zeichnungen in den Kopf zu bringen und mit ihnen zu arbeiten. Das 
Buch selber entzieht sich seiner gedrängten Darstellungsweise halber 
des Referates. Ich bemerke nur, dafs Koch die psychopathischen Minder¬ 
wertigkeiten in andauernde und in flüchtige, und die ersteren wieder in 
angeborene und in erworbene scheidet. 
Eine weitere Einteilung ist die in Disposition, Belastung und 
Degeneration, je nach dem Grade der Schädlichkeit, die das Individuum 
betroffen hat, und alle diese Arten und Unterarten werden geschildert 
und mit Beispielen belegt. 
Wir begegnen da manchem alten Bekannten unter neuem Namen, 
und wir erhalten über vieles genauere Auskunft und mehr Klarheit, als 
uns bisher geboten war. 
Kochs Minderwertigkeiten bilden daher eine dauernde und wert-
        

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