Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Seggel: Ein Fall einseitiger reflektorischer Pupillenstarre, Nachträgliche Mitteilung. Knapp u. Schweiggers Arch. f. Augenheilk. Bd. XXVI, S.151–156, 1893
Person:
Greef, Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15310/2/
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Litteraturbericht. 
22. September nochmals untersucht. Es besteht weiter Parese des 
linken M. obl. sup. Die linke Pupille reagiert weder direkt nooh kon- 
sensuell auf Dichtreiz auch dann nicht, wenn man nach längerer Ver- 
dunkelung plötzlich helles Sonnenlicht auf das Auge einwirken lädst. 
Bei Konvergenz verengern sich dagegen beide Pupillen im hellen Räume 
auf 2| mm, die linke ebenso prompt wie die rechte. In so weit abge- 
dunkeltem Raume, dafs man gerade noch unterscheiden kann, haben 
beide Pupillen eine Weite von 5 mm. Läfst man nun konvergieren, so 
verengt sich die linke Pupille auf 2|, .die rechte aber nur auf 3| mm. 
Die starke Verengerung der linken Pupille bei Konvergenz erfolgt also 
ganz sicher unabhängig vom Lichtreiz. 
Verfasser glaubt also einwandsfrei annehmen zu können, dafs hier 
reflektorische Pupillenstarre vorliegt, trotzdem dieselbe mit Parese des 
Qbliquus sup. verbunden ist. 
Das Allgemeinleiden des Patienten besteht nicht in Tabes, sondern 
in einer Gehirnerkrankung. R. Greeff (Erankfurt a. M.). 
A. Roth. Die Doppelbilder bei Augenmuskellähmungen in symmetrischer 
Anordnung. Berlin 1893. Hirschwald. 
Sieben übersichtliche Tafeln, welche für je neun verschiedene Blick¬ 
richtungen die Lage der Doppelbilder bei der Lähmung der verschiedenen 
Augenmuskeln anzeigen. Arthub König. 
R. Hilbert. Die sogenannten phantastischen Gesichtserscheinungen. 
Rnapp-Schweiggers Archiv f. Augenheük. Bd. 26, S. 192—195. (1893). 
Der Verfasser erwachte, ohne dafs irgend eine stärkere Anstrengung 
oder Erregung vorausgegangen wäre, eines Morgens nach ruhigem Schlafe 
in einer völlig fremden Umgebung. Das Zimmer war viel gröfser, seine 
Gestalt war eine andere, die Tapete hatte eine andere Farbe, ujid auch 
die Möbel waren verändert. Obgleich er völlig wach war und sich mit 
aller Anstrengung zu orientieren suchte, blieb das Phantasma 14—20 Se¬ 
kunden hindurch bestehen, dann war es plötzlich verschwunden. 
Im Ansçblufs an dieses Erlebnis wird die darauf bezügliche Litteratur 
eingehend diskutiert. 
Die »phantastischen Gesichtserscheinungen“ Joh. Müllers sind Illu¬ 
sionen auf optischem Gebiete und nach Ansicht des Verfassers in der Weise 
zu erklären,- dafs die Empfindung von objektiven und selbst von subjektiven 
optischen Eindrücken mehr oder weniger kongruente Vorstellungen durch 
Association hervorruft ; diese werden dann nach dem Gesetz der excentri¬ 
schen Projektion nach aufsen verlegt und bringen dadurch eine Ver¬ 
änderung oder Ummodelung der empfundenen optischen Eindrücke 
hervor. Abthur König. 
L. Matthiessen. Über den physikalisch-optischen Bau der Augen vom 
Knölwal (Megaptera hoops. Fabr.) und Finnwal (Balaenoptera mus- 
culus Comp.). Zeitschrift f. vergl. Augenheük. Bd. VH. 8. 77—102: 
Ophthalmoskopische Untersuchungen an den Augen der Wirbeltiere 
haben bisher gezeigt, dafs mit den verwandtschaftlichen und biologischen
        

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