Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
R. Hilbert: Die Chloropie. Centralbl. f. prakt. Augenheilk. Jahrg. 17, S. 50–52, 1893
Person:
König, Arthur
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15307/1/
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Litteratur bericht. 
geglückt sei, indem feine Punkte, welche weifses Licht aussendeten, ihm 
entweder rot oder grün oder violett erschienen. Da in diesen Thatsachen, 
wenn keinerlei Beobachtungsfehler vorliegen, ein experimenteller 
Beweis für die Dichtigkeit der Young -HelmholtzscIien Farbentheorie 
gesehen werden mufs, so kann es uns nicht wundern, dafs die Versuche 
von beiden der in der Theorie des Farbensehens leider noch immer 
unvermittelt einander gegenüberstehenden Parteien sorgfältig geprüft 
wurden; auf beiden Seiten war das Ergebnis ein negatives. Weder E. 
Hering noch der von dem Beferenten zu dieser Nachprüfung veranlafste 
D. Isaaohsen konnten den Farbenwechsel beobachten. E. Hering gab 
aufserdem eine genaue Diskussion der Fehlerquellen, welche wohl bei 
Holmgrens Untersuchungen das Ergebnis gefälscht haben könnten. Nach¬ 
dem nun Holmgren von der schweren Augenkrankheit, die er sich bei 
jenen Beobachtungen zugezogen hatte, erfreulicherweise wiederhergestellt 
ist, unterzieht er sich der dankenswerten Arbeit, seinen früheren kurzen 
vorläufigen Mitteilungen die ausführliche Darstellung folgen zu lassen. 
Es wird der historische Entwickelungsgang, den diese Untersuchung 
genommen, eingehend geschildert und zugleich eine genaue Beschreibung 
der benutzten Apparate gegeben. Die Fehlerquellen, welche Hering 
erwähnt, sind thatsächlich vermieden worden, und somit bleibt die 
Ursache unbekannt, weshalb Hering sowohl wie Isaaohsen (an dessen 
Beobachtungen sich der Beferent beteiligte) die Erscheinungen nicht 
gesehen haben. Hoffentlich wird die Untersuchung nochmals, jetzt 
unter sorgfältiger Bücksicht auf die von Holmgren dabei gemachten 
Erfahrungen, von anderen Beobachtern wieder aufgenommen. 
Eine dritte Mitteilung über denselben Gegenstand, die u. a. auch 
theoretische Betrachtungen bringen soll, ist von Holmgren versprochen. 
Wir werden über dieselbe später berichten. Arthur König. 
B. Hilbert. Die Chloropie. Centralbl. f. prakt. Awgenheilk. Jahrg. 17. 
S. 50-52. 1893. 
Der Verfasser giebt einen kurzen Überblick über die wenigen bisher 
in der Litteratur beschriebenen Fälle von Chloropie und macht nähere 
Mitteilungen über einen von ihm selbst beobachteten Fall, wo einer 
neurasthenischen und überaus leicht erregbaren Frau alles, was sie be¬ 
trachtete, in einem grasgrünen Nebel erschien. Die Empfindung der 
Farben war weder aufgehoben noch auch durch die Chloropie verändert. 
Arthur König. 
H. Ohlemann. Beitrag zur Sçhulmyopie. Knapp und Schweiggers 
Archiv f. Augenheilkunde. Bd. XXVI. S. 168—181. (1893.) 
Ohlemann untersuchte die Augen der Schüler des Gymnasiums zu 
Minden. Es lagen den Untersuchungen die Anweisungen für die Augen¬ 
prüfungen des kgl. preufs. Kultusministeriums zu Grunde. Auf Zähl¬ 
blättchen ist der Name des Schülers, die Klasse, Schülerzahl derselben, 
die Frage nach der Erblichkeit, das Lebens- und das Schulalter ent¬ 
halten. Es werden die Besultate der Sehprüfung für die Nähe und die 
Ferne, event, mit korrigierenden Konkav- oder Konvexgläsern eingetragen.
        

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