Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Groenouw: Über die Sehschärfe der Netzhautperipherie und eine neue Untersuchungsmethode derselben. Knapp u. Schweiggers Arch. f. Augenheilk. Bd. XXVI, S. 85–133, 1893
Person:
Greef, Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15304/2/
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Li tteraturberich t. 
tungsgabe der Untersuchten. Auch ist kein allgemein gültiges Gesetz 
über die Sehschärfe der Netzhautperipherie bekannt. 
Verfasser bespricht sodann bisherige Untersuchungen über indirektes 
Sehen von Aubert, Förster; Hirschberg und Burchardts Gesetz über die 
periphere Sehschärfe und die Methoden von Wertheim und Bjerrum. 
Verfasser operierte auf Grund mitgeteilter Beobachtungen aus der 
Natur mit kleinen dunklen Objekten auf hellem Grund. Es kam ihm 
darauf an, das Gesetz über die Verteilung der „Punktsehschärfe“ auf 
der Netzhaut zu finden. Zu Grunde liegt das Prinzip Guillerys, welcher 
Sehschärfe die Fähigkeit, einen kleinen Punkt noch wahrzunehmen, be¬ 
zeichnet. Diese Punktsehschärfe, die Fähigkeit, einen kleinen Punkt wahr¬ 
zunehmen, ist genau zu trennen von der Fähigkeit, zwei oder mehr 
Objekte als getrennt zu beobachten, welche Distinktionsvermögen 
oder Formsinn genannt wird. Nach Aubert wird der kleinste noch wahr¬ 
nehmbare Punkt als „physiologischer Punkt“ bezeichnet. Die 
Gröfse dieses Punktes wird durch schwarze Objekte auf grauem Grund 
(nach Aubert) und durch graue Objekte auf weifsem Grund geprüft. 
Ein dunkler Punkt auf hellem Grunde erfordert zu seiner Wahr¬ 
nehmbarkeit einen desto gröfseren Gesichtswinkel, auf je peripherere 
Teile der Netzhaut er fällt. Je weiter man also auf der Netzhaut vom 
Centrum nach der Peripherie hin fortschreitet, eine um so gröfsere Aus¬ 
dehnung hat der physiologische Punkt. 
Die Grenzlinien für das Erkennen kleiner schwarzer Punkte bei 
peripherem Sehen haben die Form eines liegenden Ovals und sind den 
Aufsengrenzen des Gesichtsfeldes fast genau parallel. Diese „Grenz¬ 
linien“ werden mit Hirschberg als Isopteren bezeichnet. 
Die Punktsehschärfe (kleine schwarze Punkte in der Peripherie der 
Netzhaut) wird bei zahlreichen pathologischen Zuständen des Auges 
festgestellt. R. Greeff (Frankfurt a. M.). 
H. Blümner Die Farbeiibezeichnungen. bei den römischen Dichtern. 
(Berliner Studien für klassische Philologie und Archäologie. 13. Bd. 3. Heft.) 
Berlin 1892. Calvary & Co. 231 S. 
Gladstone und Lazarus Geiger haben vor mehr als dreifsig Jahren, 
der erstere, indem er auf die Sprache Homers, der andere, indem er auf 
die Sprache der alten Inder und Juden sich stützte, den Nachweis zu 
führen versucht, dafs das menschliche Farbenunterscheidungsvermögen 
noch innerhalb historischer Zeiten eine tiefgreifende Entwickelung 
durchgemacht habe. Auf den lebhaften Streit, der sich hieran anknüpfte, 
näher einzugehen, liegt jetzt keine Veranlassung mehr vor; die Frage 
ist dahin entschieden, dafs wohl der Reichtum der Farben be Zeich¬ 
nungen, nicht aber der Farbenempfindungen früher ärmer gewesen 
sei, als heutzutage, ebenso wie der Ungebildete und der sogenannte 
Wilde auch für ihn völlig bekannte Dinge einen geringeren Wortschatz 
hat, als der Gebildete. 
Vor mehreren Jahren hatte ich mit einem Indianer aus dem äufsersten 
Westen von Kanada folgendes Erlebnis, welches in der angedeuteten 
Beziehung sehr interessant war und daher hier erzählt sein mag. Ich
        

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