Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
E. W. Lehmann: Über ein Photometer. Dissertation, Erlangen 1892
Person:
König, Arthur
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15299/2/
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Litteralurbericht. 
Kante aneinanderstofsen und in einer Ebene liegen, die der Photometer- 
bank parallel ist. Die zu untersuchenden Lichtquellen erleuchten, die 
matt geschliffenen Flächen, und diese werden dann in totaler Reflexion 
(an der Hypotenusenfläche) von dem Beobachter gesehen. Die Ein¬ 
stellung auf gleiche Helligkeit scheint sehr genau zu sein und wird auf 
einem senkrecht zur Photometerbank sich verschiebenden Papierstreifen 
durch einen Druck markiert, so dafs der Beobachter erst am Schlufs 
der ganzen Einstellungsreihe das Resultat erfährt. Arthur König. 
S. Czapski. Theorie der optischen Instrumente. Breslau 1893. Trewendt. 
VIII u. 292 S. mit 94 Textfig. 1 Tafel. 
Das Buch ist eine Sonderausgabe aus dem von A. Winkelmann heraus¬ 
gegebenen Handbuche der Physik; sein Inhalt ist demgemäfs ein streng 
physikalischer. Aber da das Auge nun einmal das wichtigste aller 
optischen Instrumente ist und bei der Konstruktion optischer Apparate 
manches Physiologische insbesondere die verschiedene Wirksamkeit der 
verschiedenen Lichtarten, d. h. ihre verschiedene Helligkeit berücksichtigt 
werden mufs, so ist doch eine ziemlich nahe Beziehung zu der physio¬ 
logischen Optik gegeben. 
Ein durchgreifender Unterschied des Buches von allen . anderen 
ähnlichen Inhaltes besteht darin, dafs hier zum ersten Male von den 
Theorien und Anschauungen Abbes ausgegangen ist. Wenn nun natür¬ 
lich auch die vorgetragenen Thatsachen, die Schlufsergebnisse der Rech¬ 
nung im allgemeinen dieselben sind wie in anderen Darstellungen, so 
wird doch durch die Neuheit der Methode auch derjenige, der z. B. mit 
den dioptrischen Entwickelungen in den Handbüchern der physiologischen 
Optik von Helmholtz, Aubert und Eick vertraut ist, hier des Interessanten 
genug finden. Leicht ist es freilich nicht, sich durchzuarbeiten, aber 
wer es thut, der wird reichen Gewinn davontragen. 
Überall sind die neuesten Ergebnisse der Beobachtung neben den 
älteren, gleichsam historisch bedeutungsvollen angegeben, z. B. die in 
dieser Zeitschrift von Tscherning veröffentlichten Konstanten für das auf 
die Ferne accommodierte Auge neben den von Helmholtz berechneten 
Werten. 
Ein ausführliches Personen- und Sachregister neben dem sehr über¬ 
sichtlichen Inhaltsverzeichnis würde die Brauchbarkeit des Buches noch 
wesentlich erhöhen. Arthur König. 
L. Matthiessen. Beiträge zur Dioptrik der Kristall-Linse. (Vierte Folge.) 
Zeitschrift f. vergl. Augenheilk. Bd. VII. S. 102—146. (1893.) 
Verfasser berechnet zuerst die Bildweiten in centrierten Rotations- 
Oberflächenscharen für schiefe Inzidenz. Seine Untersuchungen über 
die Dioptrik der anisotropen, geschichteten Kristalllinse des Auges führen 
ihn zur Berechnung der Fischlinse, die in rein mathematischer Weise 
durch Differential- und Integralrechnung geschieht, und zur Be¬ 
sprechung des ,,Fish-eye-problems“ von Maxwell. Die Ansicht von 
Hirschberg, dafs der Fernpunkt des Auges der Fische in kurzem, end¬ 
lichem Abstande liege, reimt sich wenig mit der erstaunlichen Gewandt-
        

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