Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
E. W. Scripture: Tests on school children, F. Queyrat: L'imagination et ses variétés chez l'enfant, Étude de psychologie expérimentale appliquée à l'éduction intellectuelle. Paris, Alcan 1893. Educational Review (New York), Vol. V, No. 1, S. 52–61, 1893
Person:
Ufer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15294/1/
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Litterdturbericht. 
E. ¥. Scripture. Tests on school children. Educational Bevieiv (New York). 
VoLV. No. 1. S. 52—61. (1893.) 
F. Queyrat. L’imagination et ses variétés chez l’enfant. Étude de 
psychologie expérimentale appliquée à réduction intellectuelle. Paris, 
Alcan 1893. 162 S. 
Der amerikanische Psycholog Scripture, der sich u. a. auch durch 
eine in deutscher Sprache erschienene Arbeit über die Assoziation der 
Vorstellungen bekannt gemacht hat, giebt in der oben genannten Ab¬ 
handlung einen wertvollen Beitrag zu der Frage, wie die Individualität 
des Kindes zu erforschen sei. Er zeigt, wie durch leichte und ohne 
kostspielige Apparate anzustellende Experimente über Gedächtnis, Umfang 
des Bewufstseins, Sehen, Hören, Hautempfindlichkeit und Suggestions¬ 
fähigkeit zuverlässige Kunde zu erhalten ist. 
Auf die Individualität bezieht sich auch das Buch von Queyrat, 
welches zu den besseren Erscheinungen auf dem Gebiete der päda¬ 
gogischen Psyschologie gerechnet werden mufs, obschon es einen eigen¬ 
tümlichen wissenschaftlichen Wert kaum besitzt. In der Hauptsache 
beschränkt sich der Verfasser darauf, aus anderen psychologischen 
Werken für den pädagogischen Leser das zusammenzutragen, was man 
über die sogenannten CHARCOTSchen Typen weifs oder zu wissen glaubt, 
und zeigt alsdann unter Bezugnahme auf bekannte pädagogische Werke 
die Verwertung für die Erziehungspraxis. Eine deutsche Übersetzung 
des Buches' wäre aus pädagogischen Gründen immerhin wünschenswert. 
Ufer (Altenburg). 
Fr. Goltz. Der Hund ohne Grofshirn. Siebente Abhandlung über die 
Verrichtungen des Grofshirns. Pflüger' s Archiv f. d. ges. Physiologie. 
Bd. 51, H. 11 u. 12. S. 570—614. (1892.) 
Nach vielen vergeblichen Versuchen ist es Goltz gelungen, 3 Hunde 
am Leben zu erhalten, denen fast das ganze Grofshirn mit dem Messer 
entfernt worden war. Das erste Tier lebte 51 Tage, das zweite 92 Tage, 
und das dritte wurde 18 Monate nach der letzten Operation bei voller 
Gesundheit getötet. 
Der Zustand des letztgenannten Tieres war kurz vor der Tötung 
folgender: Aus dem Schlafe war der Hund nur durch ein anhalten¬ 
des, starkes Geräusch zu wecken. Leisere Geräusche und selbst das 
Bellen benachbarter Hunde weckten ihn nicht. Rascher wirkten Tast¬ 
reize: Fafste man das Tier irgendwo derb an, so wachte es auf und 
knurrte. Versuchte man das erwachte Tier aus dem Käfig herauszu¬ 
heben, so strampelte es und bifs um sich. Im Käfig wanderte das Tier 
unermüdlich umher, in der Regel nach rechts herum. Mitunter aber 
wendete es sich plötzlich ohne erkennbaren Grund nach links, um als¬ 
bald wieder die Reitbahnbewegungen nach rechts aufzunehmen. Auf 
glattem Boden glitt es leicht aus, erhob sich aber von selbst wieder 
ohne Unterstützung. Vor der Kotentleerung und im Hungerzustand 
wurden die Gangbewegungen besonders lebhaft. Die gröfsere Unruhe
        

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