Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zeitschrift für Hypnotismus, Suggestionstherapie, Suggestionslehre und verwandte psychologische Forschungen. Redigiert v. Dr. Grossmann, Konitz, Westpr. Berlin, Hermann Brieger 1892
Person:
Umpfenbach
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15274/1/
Litteraturbericht. 
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auf diese Frage,1 während bei Benutzung elektrischer Beize die 
betreffenden Hemmungserscheinungen nicht ausblieben. 
Verfasser kommt also zu dem Schlufsresultate, dafs für die Skelett¬ 
muskeln des Menschen die Existenz hemmender Nervenfasern oder 
sonstige physiologische Hemmung ihrer Thätigkeit zur Zeit nicht nach¬ 
gewiesen sei. Hieran knüpft er (S. 56 ff.) eine Reihe allgemeinerer 
Betrachtungen, in denen insbesondere das Hypothetische von Herings 
Theorie der Erregungsvorgänge hervorgehoben wird. 
G. E. Müller (Göttingen). 
Fürstner. Über einige motorische Schwäche- und Beizzustände. Archiv 
für Psychiatrie, XXIV. 2, pag. 491. 
Die typischste Form eines psychomotorischen Schwächezustandes 
bietet uns die Agarophobie. Gewisse Sinneseindrücke lösen Angst¬ 
empfindungen aus, die ihrerseits gewollte Bewegungsakte stören oder ganz 
unmöglich machen, und die andererseits auch nicht intendierte Be¬ 
wegungen auslösen. Es ist eine eigentümliche Beaktion der Psyche auf 
sinnliche Beize mit bestimmten Konsequenzen für die Muskelthätigkeit. 
Man mufs das Leiden lokalisieren in der Gehirnrinde. Analoge Vorgänge 
mufs man annehmen bei fünf Beobachtungen Fürstners. Es handelt sich 
in drei Fällen um Barbiere, die bei gewissen Sinneseindrücken, z. B 
beim Anblick glatter Gesichter, durch Auftreten von Angstzuständen, 
von Schwäche und Tremor im Arm, ihre Beschäftigung unterbrechen 
mufsten. Ähnlich konnte ein Kapellmeister bei bestimmten Sinneswahr¬ 
nehmungen infolge von Angstempfindung und Schwäche nicht weiter 
dirigieren, ein Arzt aus anderen Gründen seinen Namen nicht mehr 
schreiben. In den fünf weiteren von Fürstner berichteten Fällen handelte 
es sich nicht um Angstzustände und Schwäche und Tremor in den Muskeln, 
sondern nur um letztere beiden Symptome, die bei älteren Leuten 
vorübergehend auftreten, und an Paralyse, auch an die Pseudoparalysis 
agitans erinnern. Umpfenbach (Bonn). 
Zeitschrift für Hypnotismus, Suggestionstherapie, Suggestionslehre und 
und verwandte psychologische Forschungen. Redigiert von Dr. 
Grossmann, Könitz, Westpr. Berlin, Hermann Brieger. 1892. 
Auf die am 1. Oktober 1892 ins Leben getretenen Monatshefte für 
Hypnotismus sei für heute nur kurz hingewiesen. Nicht weniger als 
47 Mitarbeiter figurieren auf dem Titelblatt. Forel beginnt die neue 
Schrift mit einer längeren Abhandlung, betitelt: Suggestionslehre 
und Wissenschaft, um zu beweisen, dafs der Hypnotismus „ein Zweig der 
Psychologie und der Gehirnphysiologie mit Nutzanwendung in der 
Medicin und an manchem anderen Orte“ ist. Forel bricht mit der ihm 
1 Hierzu scheint es nicht zu stimmen, dafs Külpe (Wundts Philos. 
Studien, 7, 1892, S. 158) bei Elektrotonisierung des Mediannerven eine 
Erschwerung der willkürlichen Kontraktionen beobachtete.
        

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