Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Augustus D. Waller: On the "inhibition" of voluntary and of electrically excited muscular contraction by peripheral excitation. Brain, LVII, 1892, S. 35 ff.
Person:
Müller, G. E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15272/2/
LiUeraturbericht. 
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wirkenden Muskels nicht eine Zunahme, sondern eine Abnahme erfährt, 
wenn der Muskel noch von einem elektrischen Reize betroffen wird. 
Verfasser stellte zunächst den FiCKSchen Versuch genau in der Weise 
dieses Forschers (Benutzung des musculus abductor indicis) von neuem 
an und fand, dafs, um die von Fick beobachtete Erscheinung zu erhalten, 
die elektrische Reizung viel zu stark genommen werden mufs, als dafs 
die Annahme erlaubt sei, dafs die antagonistischen Muskeln durch diese 
Reizung nicht gleichfalls erregt würden. Häufig trat das FiCKSche 
Phänomen erst ca. 1/io Sekunde nach Auftreten der Reizung ein. Da 
indessen dieses Phänomen ebensooft nach Beendigung wie nach Beginn 
der faradischen Reizung auftrat, so hat man, wie Verfasser bemerkt, 
diese Fälle nicht auf eine besondere centrale Hemmung, sondern einfach 
auf eine reflektorische Erregung der Antagonisten zurückzuführen. 
Verfasser stellte ferner Versuche an, bei denen gleichzeitig die 
longitudinalen und lateralen Effekte (vergl. diese Zeitschr. IV, S. 127) graphisch 
verzeichnet wurden, welche bei willkürlicher oder direkter elektrischer 
Reizung der auf einen Dynamographen wirkenden Beugemuskeln des 
Vorderarms oder bei Superposition beider Reizungsarten eintraten. Wurde 
zu einer vorhandenen maximalen willkürlichen Muskelerregung noch die 
direkte Tetanisierung der Muskeln hinzugefügt, so zeigte sich folgendes: 
1. Der einer maximalen willkürlichen Erregung der Beugemuskeln 
des Vorderarms entsprechende Longitudinaleffekt kann durch eine hinzu¬ 
kommende direkte Faradisierung der Muskeln nicht erhöht werden, wohl 
aber wird der jener maximalen Willenserregung entsprechende Lateral¬ 
effekt durch die hinzukommende Faradisierung gesteigert. 
2. Ist die hinzukommende faradische Reizung sehr stark, so erleidet 
der der maximalen Willensanstrengung entsprechende Longitudinaleffekt 
sogar eine Verringerung, während der derselben entsprechende Lateral¬ 
effekt eine Erhöhung erfährt. Die Latenzzeit für das Auftreten dieser 
gegenteiligen Veränderungen des Longitudinal- und des Lateraleffektes 
ist zuweilen gleich lang wie die gewöhnliche Latenzzeit der direkten 
Muskelreizung. 
Wurde umgekehrt zu einer vorhandenen faradischen Reizung von 
verschiedener Stärke eine maximale Willenserregung hinzugefügt, so 
zeigte sich folgendes: 
1. Der Longitudinaleffekt der faradischen Reizung erfährt beim 
Hinzukommen der Willenserregung eine Zunahme, die um so geringer 
ist, eine je gröfsere Intensität die elektrische Reizung besitzt. 
2. Der Longitudinaleffekt besitzt nach Hinzukommen der Willens¬ 
erregung einen geringeren Wert, als dann, wenn die Willenserregung 
allein wirkt. 
3. Hat der Lateraleffekt der elektrischen Reizung (infolge succesiver 
Erhöhung der Stärke dieser Reizung) seinen Maximalwert erreicht, so 
erfährt der Lateraleffekt bei hinzukommender Willenserregung doch noch 
eine Zunahme, und zwar ist der alsdann zur Beobachtung kommende 
Gesamtwert des Lateraleffektes gröfser, als der Lateraleffekt, welcher bei 
alleiniger Tetanisierung oder alleiniger willkürlicher Erregung der 
Muskeln vorhanden ist.
        

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