Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ch. Féré et P. Ouvry: Note sur l'énergie et la vitesse des mouvements volontaires, considérée dans l'hémiplégie par lésion cérébrale, dans l'amyosthénie hystérique et en particulier dans la surdi-mutité. Journal de l'Anat. et de la Physiol. 28, 1892, S. 454 ff.
Person:
Müller, G. E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15271/1/
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Litteraturbericht- 
ohne eine solche, die Reaktionsbewegung einzuleiten hatte. Die erste 
Versuchsgruppe ergab, dafs die G-röfse der Abweichung von der Gleich¬ 
zeitigkeit sowohl, wie ihre mittlere Variation abhängig ist von der ge¬ 
wählten Reaktionsart, dergestalt, dafs ihr Minimum bei der muskulären, 
ihr Maximum bei der unvorbereitet willkürlichen Reaktion liegt. Zur 
Erklärung dieser Thatsache erörtet Verfasser die bereits bekannten Ver¬ 
hältnisse der sinnlichen Aufmerksamkeit bei den verschiedenen Reaktions- 
formen. Als ein weiteres, daraus nicht zu erklärendes Resultat hatte 
sich aus jenen Versuchen die regelmäfsige Bevorzugung der einen oder 
anderen Hand hei gleichzeitig intendierter Hebung beider ergeben. Zur 
Erforschung dieser Thatsache variierte Verfasser in weiteren Versuchen 
zunächst den Sinneseindruck, weiter die Empfindungen der ausführenden 
Bewegungsorgane (durch Anästhesierung der die Schlüssel niederdrücken¬ 
den Fingerkuppen, Elektrotonus des nervus medianus), endlich die 
vorbereitende Aufmerksamkeit (durch willkürliche Bevorzugung einer 
Handbewegung resp. des entsprechenden Bewegungsbildes). Es ergab 
sich, dafs eine durch die zufällige Richtung der Aufmerksamkeit bedingte 
Bevorzugung einer der beiden Hände in der Bewegungsvorstellung als 
Grund für die konstanten Abweichungen von der Gleichzeitigkeit anzu¬ 
nehmen ist. A. Pilzeoker (Göttingen). 
Ch. Féré et P. Ouvry. Note sur l’énergie et la vitesse des mouvements 
volontaires, considérée dans l’hémiplégie par lésion cérébrale, dans 
l’amyosthénie hystérique et en particulier dans la surdi-mutité. 
Journal de l'Anat. et de la Physiol. 28 (1892). S. 454 if. 
Bei pathologischen Zuständen von den in der Überschrift ange¬ 
gebenen Arten wird die Reaktionszeit von in der Regel symmetrisch 
thätigen Muskeln, und zwar Gesichtsmuskeln, bestimmt. Die Versuchs¬ 
person wird aufgefordert, mit einer in natürlicher Weise vollzogenen, 
symmetrischen Kauhewegung, Lachbewegung u. dergl. zu reagieren. Es 
zeigt sich, dafs die Muskeln der erkrankten Seite später und weniger 
kräftig reagieren, als die Muskeln der gesunden Seite. Es wird darauf 
hingewiesen, dafs eine Prüfung der Muskeln hinsichtlich der Schnellig¬ 
keit und Kraft ihrer Reaktionen in therapeutischer Hinsicht nicht un¬ 
wichtig sei. So zeige sich z. B. bei solcher Prüfung, dafs bei der 
Taubstummheit nicht blofs die Ausführung der feineren Artikulations¬ 
bewegungen der Zunge mangelhaft sei, sondern auch diejenige der 
gewöhnlichen gröberen Zungenbewegungen. Man müsse daher auch 
diese letzteren Bewegungen bei den Taubstummen durch Übung ver¬ 
bessern. G. E. Müller (Göttingen). 
Augustus D. Waller. On the „inhibition“ of voluntary and of electri¬ 
cally excited muscular contraction by peripheral excitation. Brain, 
LVII, 1892, S. 35 ff. 
Verfasser beschäftigt sich in dieser Abhandlung zunächst mit der 
schon früher (vergl. diese Zeitschr., IV, 1892, S. 134 f.) von ihm untersuchten, 
von Fick gefundenen Thatsache, dafs der Spannungsgrad eines durch 
maximale Willensanstrengung erregten, auf einen Spannungsanzeiger
        

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