Bauhaus-Universität Weimar

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Littera turbericht. 
Versuche über den Längsschnitt durch den Kleinhirnwurm mit, 
wonach sie die Ansicht Schiffs von den Folgen der asymmetrischen 
Schnitte auf die Ataxie beim Hunde widerlegen, zugleich aber an ihrer 
von Lucianis Darstellung der Sache (Kleinhirn S. 26—33) abweichenden 
Behauptung festhalten. Zur Begründung der letzteren dienen ihnen zwei 
oberflächlich beobachtete Fälle, bei denen auf die von Luciani durch¬ 
geführte scharfsinnige Analyse des gemeinplätzliehen Begriffes Ataxie 
keinerlei Rücksicht genommen und der Nachweis des kompensatorischen 
Einflusses der Grofshirnrinde unbeachtet gelassen wird. 
In einer Nota critica (ibid. S. 381) fertigt denn auch ihr gefährlicher, 
an Erfindungsgeist, Schärfe, Beobachtung und technischer Kunstfertigkeit 
weit überlegener Gegner der Schule von Pavia, als deren Vertreter sie 
auftreten, sie wohl für immer ab. Fraenkel. 
Guillery. Nochmals meine Sehproben. Knapp und Schweiggers 
Archiv f. Augenheilk. Bd. XXVI. S. 79-84. (1892.) 
Verfasser wendet sich gegen die Kritik, welche Dr. Liebrecht (dasselbe 
Archiv, Bd. XXIII. 3) an Guillerys „Vorschlag zur Vereinfachung der 
Sehproben“ (dasselbe Archiv, Bd. XXV. 1) geübt hat. Siehe Referate in 
dieser Zeitschrift. (IV, S. 424.) 
Liebrecht hatte die Unbrauchbarkeit einzelner Punkte zur An¬ 
stellung von Sehprüfungen behauptet. Die Wahrnehmbarkeit kleinster 
Punkte sei abhängig von der Empfindlichkeit des Auges für Helligkeits¬ 
differenzen. Es soll hier nach Guillery eine Verwechselung vorliegen. 
Die. Wahrnehmung von Helligkeitsunterschieden ist eine Funktion des 
Lichtsinns und in der Weise bestimmt worden, dafs gröfsere Flächen 
verschiedener Gemische von Weifs und Schwarz dem Sehorgan dar¬ 
geboten und nun die kleinsten noch wahrnehmbaren Verschiedenheiten 
in den entstandenen grauen Tönen festgestellt wurden. Das Verhältnis 
von Schwarz und Weifs in diesen Mischungen ergab das Mafs für die 
Empfindlichkeit. In Liebrechts Theorie werden nun die auf diese Weise, 
also auf einer entsprechend gröfseren Zahl von Netzhautelementen, ge¬ 
machten Erfahrungen auf das einzelne Element angewandt. Es ist nicht 
zulässig, Erfahrungen, die bezüglich gröfserer gereizter Flächen gemacht 
sind, ohne weiteres auf das einzelne Element zu übertragen. 
Guillery weist ebenso die übrigen theoretischen Einwände Liebrechts, 
sowie den der Unbequemlichkeit in der Ausführung seiner Sehproben 
wegen des digitalen Hinweisens auf die Punkte zurück. 
Dr. Greeff (Frankfurt a. M.). 
•Jean Jaurès. De la réalité du monde sensible. Paris, Alcan, 1891. 370S. 
Mit Übergehung der beiden einleitenden Kapitel wenden wir uns 
sogleich dem Abschnitte über die Bewegung zu und führen daraus fol¬ 
gende Gedanken an:
        

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