Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Theorie des Farbensehens: Erweitert nach einem auf dem psycholog. Kongreß zu London (August 1892) gehaltenen Vortrag, Inhaltsübersicht am Schluß
Person:
Ebbinghaus, Hermann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15261/46/
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H. Ebbinghaus. 
orientieren, nämlich an den Farbenblinden. Diese sehen, wie 
bereits erwähnt (S. 182), das ganze Spektrum in nur zwei Farben, 
Gelb und Blau. Die Stelle gröfster Helligkeit des Gelb und 
damit des ganzen Spektrums liegt ihnen (bei Sonnenlicht) 
zwischen JD und E, und nur insofern besteht ein Unterschied, 
als bei den einen diese Stelle näher an B liegt, bei den 
anderen näher an JE, ohne dafs Übergangsformen Vorkommen. 
Nun ist folgendes doch wohl in hohem Grade überraschend: 
Die Stellen, an denen die beiden Gruppen der Far¬ 
benblinden in dem Spektrum des Sonnenlichtes das 
hellste Gelb sehen, stimmen sehr annähernd über¬ 
ein mit den Stellen, an denen die beiden Modifi¬ 
kationen des Sehpurpurs die Lichtstrahlen am 
stärksten absorbieren, und weiter, die Stelle, an der 
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A 
D E 
F 
G 
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E 
F G 
i'ig. 4. 
beide Gruppen von Farbenblinden übereinstimmend 
das hellste Blau sehen, fällt wieder sehr annähernd 
zusammen mit der Stelle, an der das Sehgelb sein 
Absorptionsmaximum hat. Fig. 4 veranschaulicht diese 
Verhältnisse. Die drei Kurvengipfel bezeichnen die Stellen, 
die nach den mehrerwähnten spektralen Farbenmischungen 
von König und Dieterici 1 für die Farbenblinden (in dem 
Spektrum des Sonnenlichtes) den stärksten Gelbwert und den 
stärksten Blauwert besitzen, und die drei Schatten entsprechen 
nach den Untersuchungen von Kühne1 2 den Stellen, wo die 
beiden Modifikationen des Sehpurpurs und das Sehgelb die 
Lichtstrahlen am stärksten absorbieren. Die relative Lage der 
1 König und Dieterici, Sitzungsber. d. Berliner Akad.., vom 29. Juli 
1886, S. 811—813. Jetzt genauer in dieser Zeitschr., Bd. IV, S. 256. 
2 Kühne, Unters. I, Taf. 7, und III, S. 266. Siehe auoh oben S. 188 f.
        

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