Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
G. Seppelli: Contributo alle affezioni dei lobi temporali. Riv. di freniatr., Bd. XVIII, S. 591
Person:
Fraenkel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15236/2/
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Litteraturbericht. 
heit, indem das in jenen befindliche G-ehörscentrum, mit dem die Wort¬ 
bilder vernommen werden, zerstört und dadurch auch die Association 
des Gehörscentrums mit dem motorischen Sprachcentrum, welches das 
gehörte Wortbild in ein Bewegungsbild umsetzt, verhindert worden war. 
Diese centrale Form der Taubstummheit tritt, zum Unterschiede von 
der auf peripherischer Läsion des Gehörorganes beruhenden, meistenteils 
mit epileptischen Krämpfen und Idiotie zusammen auf. 
Der zweite Fall dient dem Verfasser zum Belag dafür, dafs die 
Zerstörung des linken Schläfenlappens bei Linkshändigen Worttaubheit 
nicht zur Folge hat, weil (nach Blanchi) das Hör centrum der Sprache 
bei ihnen nicht in der linken, sondern in der rechten Hemisphäre 
seinen Sitz habe. Der an Pellagra leidende 67 Jahre alte Patient starb 
an chronischer Enteritis, hatte nie an Sprach-, Gehörs- und Bewegungs¬ 
störungen gelitten, war intelligent, aber linkshändig. Leichenbefund: 
normale Schädelkapacität, keine Asymmetrie. Hirngewicht 1565 g, rechte 
Hemisphäre 665 g, linke 590 g. Linke Hemisphäre: In der Gegend 
der Fossa Sylvii eine tiefe und breite Höhle, durch einen destruktiven 
Herd alten Datums verursacht, die Windungen der Insel fast ganz ver¬ 
schwunden, der Boden der Fossa Sylvii in ein glattes, schmutzig-weifses 
Bindegewebe verwandelt. Die Markbündel der ersten und zweiten 
Schläfenwindung atrophisch, sklerotisch. Die äufsere Kapsel und Vor¬ 
mauer verschwunden. — Hechte Hemisphäre ohne jede Veränderung. 
Fraenkel. 
Ältere Beiträge zur Physiologie der Sinnesorgane. In Neudrucken und 
Übersetzungen herausgegeben von Arthur König. I. .Das Augen¬ 
leuchten und die Erfindung des Augenspiegels. Dargestellt in Ab¬ 
handlungen von E. von Brücke, W. Gumming, H. von Helmholtz und 
C. G. Th. Ruete. Hamburg, 1893. Leopold Voss. IX und 154 S. Mit 
12 Abbildungen. 
Bald wird ein halbes Jahrhundert seit Erfindung des Augenspiegels 
vergangen sein, und der gewaltigste Umschwung, den je eine medizinische 
Lehre durch ein neues diagnostisches Werkzeug erfuhr, hat sich in dem 
Zeitraum vollzogen. So allbekannt die Thatsache ist, vermögen doch 
heute nur Wenige zu ermessen, wie bedeutungsvoll diese Wandlung 
gewesen ist Denn die älteren Bücher sind heute verschwunden, die 
Quellen zur Vorgeschichte der Erfindung nur Wenigen zugänglich. Aber 
für jeden, der es liebt, Einblicke in die geistige Werkstatt einer grofsen 
Epoche zu thun, wird dies erste Bändchen der Neudrucke ein bleibender 
Genufs sein. Schöpferische Thaten, wie die Erfindung von Helmholtz, 
springen nicht wie Pallas aus dem Haupte des Zeus gewappnet und gerüstet 
hervor. Wie billig, eröffnet die Reihe die Schrift des genialen Brücke 
über die leuchtenden Augen bei den Wirbeltieren, des ersten, der dieses 
mit Aberglauben und Geheimnis noch umwobene Gebiet in rein wissen¬ 
schaftlichem Geiste durchforschte. Er legt die Grundlagen nieder. 
William Cumming studiert die Erscheinung am Menschen mit Sorgfalt;
        

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