Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
C. G. Kunn: Die Tontaubheit und der Musikunterricht, Ein Vortrag. Monatsblätter des Wissenschaftl. Club, 1891, No. 8
Person:
König, Arthur
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15218/1/
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Litteraturbericht. 
von Erwartungs- und Gewöhnungseinflüssen befreiten Vergleichung von 
übermerklichen Unterschieden von Schallintensitäten entspricht höchst 
wahrscheinlich den Forderungen des WEBEi’.schen Gesetzes. 
Goetz Marth:«. 
C. G. Kunn. Die Tontaubheit und der Musikunterricht. Ein Vortrag. 
(Monatsblätter des Wissenschaftl. Club. 1891. No. 8.) 
Der Verfasser giebt zunächst eine Darstellung der Lehre von der 
spezifischen Energie der Sinnesorgane und der sprachlichen Mittel, 
welche wir besitzen, um die den verschiedenen Sinnesgebieten angehörenden 
Empfindungen zu beschreiben. Das Gedächtnis für die Sinnesvorstellungen 
ist für die verschiedenen Sinne und bei verschiedenen Personen sehr 
verschieden entwickelt. Manchmal fehlt es in hohem Grade ; dann tritt 
aber oftmals eine Substitution der Vorstellungen aus einem Sinnesgehiet 
für diejenigen eines anderen Sinnesgebietes ein. Ein „Unmusikalischer“ 
hat kein Gedächtnis für Tonhöhe, d. h., er kann gehörte Töne nicht 
in die Erinnerung zurückrufen. Wenn er aber manchmal trotzdem 
richtig singt, so erklärt sich dieses in der Art, dafs er für die zu einer 
bestimmten Melodie erforderliche Folge der Kehlkopf-Innervationen ein 
gutes Gedächtnis besitzt. 
Zum Schlufs wendet sich der Verfasser gegen den weit verbreiteten 
Unfug, Kinder trotz mangelnder Begabung, d. h., trotz mangelnden Ton¬ 
gedächtnisses mit Musikunterricht zu quälen, allein weil die Mode und 
der gute Ton es verlangt. Arthub König. 
J. von Kries. Beiträge zur Lehre vom Augenmafs. „Beiträge zur 
Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane.“ Helmho 11 z-Festschrift. 
Hamburg und Leipzig, 1891. Leopold Voss. 21 S. 
Der Autor untersucht, von welchen Faktoren der variable Fehler 
abhängig ist, der beim Wiedererkennen einer optischen Raumgröfse 
gemacht wird, und gelangt dabei zu folgenden Ergebnissen: 1. Die 
Sicherheit des Wiedererkennens hängt nicht allein von der räumlichen 
Ausdehnung, sondern auch von den sonstigen optischen Qualitäten des 
Gesehenen ab. So ist der Fehler geringer, wenn die Aufgabe gestellt 
wird, aus einer Serie von verschieden grofsen Photographien eines 
Markstückes diejenige auszuwählen, welche die wirkliche Gröfse dieser 
Münze hat, als wenn man aus einer Schar verschieden grofser gerader 
Linien diejenige herauszusuchen hat, welche dem Durchmesser eines 
Markstückes gleich ist. Dieser Faktor hat indes einen relativ geringen 
Einflufs auf die Gröfsenschätzung. 2. Es steht zwar fest, dafs der Fehler 
gröfser ist, wenn wir mit fixierendem als wenn wir mit wanderndem 
Blicke beobachten; der Grund dafür liegt jedoch in dem Einflufs des 
indirekten Sehens und nicht in der Blickbewegung als solcher. Wenn 
wir das indirekte Sehen ausschliefsen, indem wir etwa einen einzigen 
sichtbaren Punkt so weit aus seiner ursprünglichen Lage verschieben, 
bis er uns eine, im Gedächtnis gegebene, Strecke durchlaufen zu haben
        

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