Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
R. Hilbert: Pupillenbeobachtungen mittelst der subjektiven Methode. Betzs Memorabilien, 1891, Heft 5
Person:
König, Arthur
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15206/1/
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Litteraturbericht. 
seitlicher Sprossen. Die Linse des Erwachsenen zeichnet sich durch die 
Unregelmäfsigkeit ihres Baues aus. Arthur König . 
B. Hilbert. Pupillenbeobachtungen mittelst der subjektiven Methode. 
Betzs Memorabilien. 1891. Heft 5. 
Der Verfasser beobachtet die Schwankungen der Pupillenweite an 
der Gröfse des Zerstreuungskreises, in dem ein feines, in einem dicht vor 
das Auge gehaltenen Kartenblatt befindliches Loch erscheint, während 
man auf eine möglichst grofse, helle Fläche blickt. Er findet, dafs weder die 
Atmung, noch Kompression der Karotiden oder der Jugularvenen, noch 
Einathmung von Amylnitrit von Einfiufs auf die Pupillenweite sind. Da 
seine Methode den anderen überlegen ist, so müssen nach Ansicht des 
Verfassers die abweichenden Ergebnisse älterer Untersuchungen auf 
irgend welchen zufälligen Täuschungen beruhen. 
Arthur König. 
E. Hering. Untersuchung eines total Farbenblinden. Pflügers Archiv. 
Bd. 49. S. 563—608. (1891.) 
Nach der Theorie der Gegenfarben mufs jedes beliebige farbige 
Licht für das Auge eines total Farbenblinden denjenigen Beizwert haben, 
der in Bezug auf das farbentüchtige Auge als seine weifse Valenz be¬ 
zeichnet wird. Die weifse Valenz kann bestimmt werden durch Hellig¬ 
keitsvergleichungen bei so geringer absoluter Intensität, dafs die farbigen 
Valenzen nicht mehr zur Wirkung kommen. Ist die Theorie der Gegen¬ 
farben richtig, so kann man beliebig viele Verwechslungsfarben im voraus 
für den total Farbenblinden hersteilen. 
Hr. Hering ist in der glücklichen Lage gewesen, einen total Farben¬ 
blinden, der eine ausreichende Sehschärfe und nahezu normale Unter¬ 
schiedsempfindlichkeit besafs, genau zu untersuchen und somit unsere 
noch sehr mangelhaften Kenntnisse dieser selten vorkommenden Art der 
Farbensinnanomalie zu vermehren. Bei dieser Gelegenheit hat Hering 
nun jene obenerwähnte Vorhersage seiner Theorie der Gegenfarben 
völlig bestätigt gefunden, indem 
1. die Helligkeitsverteilung im Spektrum des total Farbenblinden 
genau mit der für ein farbentüchtiges Auge bei minimalster Intensität 
vorhandenen übereinstimmte; 
2. sämtliche Farbengleichungen, welche der Farbenblinde bei 
normaler Beleuchtung an einem Kreisel oder zwischen Baryt-Weifs und 
dem durch farbige Gläser hindurchgegangenen Lichte herstellte, von einem 
farbentüchtigen Auge bei minimaler Beleuchtung anerkannt wurden, und 
umgekehrt. 
Der (Referent kann ebenfalls auf Grund eigener Erfahrungen diese 
HERiNGSchen Beobachtungen bestätigen. Obgleich einige andere, aber 
weniger genaue Untersuchungen an total Farbenblinden ein abweichendes 
Ergebnis liefern, würde der Referent daher gerne bereit sein, die Theorie 
der Gegenfarben anzuerkennen, wenn nicht, seiner Ansicht nach, 
Beobachtungen an partiell Farbenblinden mit ihr in unvereinbarem 
Widerspruch ständen. Arthur König.
        

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