Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Berichtigung zu Prof. Münsterbergs Beiträgen zur experimentellen Psychologie, Heft 4
Person:
Müller, G. E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15199/4/
Berichtigung zu Prof. Münsterbergs Beiträgen zur exper. Psychologie. 407 
Aus vorstehendem ergiebt sich erstens, dafs der Hinweis auf 
;S. 274 ff. des WuNDTschen Werkes mir hinsichtlich der Ver¬ 
suchsanordnung, welcher sich Prof. M. bedient habe, gar keine 
bestimmte Auskunft geben konnte. Ich war lediglich auf die 
oben mitgeteilte Auslassung des Prof. M. angewiesen, worin 
es heifst, dafs „der galvanische Strom die Tausendstel-Sekunden- 
Uhr dann in Bewegung setzte, sobald die durch den Schlüssel 
des Experimentierenden und den Schlüssel des Reagierenden 
führende Leitung geschlossen war“. Diese Auslassung habe 
ich so verstanden, wie man sie verstehen mufste. 
Ferner ergiebt sich aus dem Vorstehenden, dafs Prof. M. 
•es sich zuweilen (wenigstens da, wo ihn der Leser kontrollieren 
kann) nicht allzu sehr angelegen sein läfst, bei seinen Aus¬ 
führungen in strikter Übereinstimmung mit dem Sachverhalte 
zu bleiben. 
3. Es ist einigermafsen schlimm, dafs Prof. M. nicht weifs, 
•dafs das von mir erhobene Bedenken thatsächlich triftig ist, 
mag er sich dieser oder jener Versuchsanordnung bedient 
haben, mag bei seinen Versuchen das Zeigerwerk des Chrono¬ 
skops durch Schliefsung oder (annähernde) Unterbrechung eines 
elektrischen Stromes in Bewegung versetzt worden sein. Auch 
bei derjenigen Versuchsanordnung, welcher sich Prof. M. seiner 
neuesten Erklärung gemäfs thatsächlich bedient hat, ist es 
■durchaus fehlerhaft, ohne weiteres vorauszusetzen, dafs die 
Prüfung des Chronoskops bei kurzen Zeiten eine Gewähr dafür 
biete, dafs dasselbe auch bei längeren Zeiten richtig gehe. 
Prof. M. findet über diesen Punkt in der vor kurzem er¬ 
schienenen Abhandlung von Külpe und Kirschmann (Wundts 
Philos. Studien, 8, 1892, S. 142ff.) die ihm erforderliche Be¬ 
lehrung. Ich brauche mich daher bei diesem Punkte nicht 
weiter aufzuhalten. 
Prof. M. hat also nur Grund, über sich selbst entrüstet zu 
sein, erstens deshalb, weil er sich an der oben mitgeteilten 
Stelle falsch ausgedrückt hat, zweitens deshalb, weil er sich in 
seiner Entgegnung auf mein Bedenken als einen Mann hin¬ 
gestellt hat, der gelegentlich mit der Wahrheit etwas frei 
herumspringt, und drittens deshalb, weil er in eben dieser Ent¬ 
gegnung verraten hat, dafs er sich die Funktionsweise des 
HiPPschen Chronoskops, mit welchem er so viel operiert, noch 
heutigen Tages nicht genügend klar gemacht hat.
        

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