Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
1. D. Wilson: The Right Hand, Left-handedness. London, Macmillan 1891, 2. F. Mazel: Pourquoi l'on est Droitier. Rev. Scientif., Bd. 49, No. 4, 1892
Person:
Asher, Leon
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15193/1/
Litteraturbericht. 
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Es ist jedoch zu beachten, dafs in der vierten Viertelstunde die 
Fehler immer noch zunehmen, nur langsamer, (Ref.) 
Die Korrekturen der Schüler, welche Verf. ebenfalls einer ein¬ 
gehenden Statistik unterwirft, wachsen beständig und zwar am lang¬ 
samsten von der zweiten zur dritten Viertelstunde. Geringere Zu¬ 
nahme der Korrekturen hei gleichzeitig gröfserer Zunahme der Fehler 
deutet aber ebenfalls auf den Einflufs der Ermüdung. (S. 22.) 
Abhängigkeit des allgemeinen Ergebnisses von dem beson¬ 
deren Verhalten der einzelnen Klassen und einzelnen Schüler: Die 
angegebenen allgemeinen Resultate der BüRGERSTEiNschen Versuche ver¬ 
dienen um so mehr Beachtung, als sie im wesentlichen auch das 
besondere Ergebnis jedes einzelnen der 4 Versuche sind. (S. 24—26.) Das 
stete Anwachsen sowohl der berechneten Zahlen als der Fehler und der 
Fehlerprozente ist allen 4 Versuchen gemeinsam; Auch die auf¬ 
fällige Häufung der Fehler in der 3. Viertelstunde findet bei jedem 
einzelnen Versuch statt. Das Nachlassen der Rechengeschwindigkeit 
in dieser Viertelstunde ist jedoch nicht ausnahmslos. 
Rücksichtlich der Änderung der Rechengeschwindigkeit während 
der Arbeitsstunde stehen unter den 162 Schülern 92 „Fortschreitenden“ 
70 „Zurückbleibende“ gegenüber. (S. 31 u. ff.) Die „Zurückbleibenden“ 
rechnen in 2 Versuchen mit mehr, in 2 mit relativ weniger Fehlern als 
die „Fortschreitenden“. In Bezug auf das Anwachsen der Fehler zeigen 
die „Zurückbleibenden“ ein nicht ganz regelmäfsiges Verhalten (S. 35), 
während bei den „Fortschreitenden“ die oben angegebenen allgemeinen 
Resultate wieder zum Ausdruck kommen. Hopfner (Berlin). 
1. D. Wilson. The Right Hand; Left-handedness. London, Macmillan, 
1891. 215 S. 
2. F. Mazel. Pourquoi l’on est Droitier. Itev. Scientif. Bd. 49, No. 4, 
(1892.) 
1. Verfasser giebt ein reiches Material von philologischen, historischen, 
paläontologischen und ethnographischen Beobachtungen, aus denen er 
ableitet, dafs die bevorzugte Stellung der rechten Hand soweit zurück 
verfolghar ist wie überhaupt die Spuren des menschlichen Geschlechtes 
dafs ferner eine Verknüpfung dieser Thatsache mit allen Kulturäufse- 
rungen feststeht und schliefslich, dafs die Umkehr dieses merkwürdigen 
Problems, die Linkshändigkeit, gleichfalls in allen Daseinsperioden der 
verschiedenartigsten Völker in ihrer Sonderstellung zum Ausdruck 
gelangt. Die Auswahl einer Hand und Vernachlässigung der anderen 
wird als ein in letzter Linie physiologisches Problem erkannt, während 
Erziehung, Übung und Vererbung nur Hülfsmomente sind. Auch die 
Linkshändigkeit ist keine pathologische oder Zufallserscheinung, sondern 
eine der Rechtshändigkeit gleichwertige. Die älteren Theorien, welche 
die Bevorzugung der rechten Hand aus der Unsymmetrie der Eingeweide 
oder auch der Lage des Gleichgewichtes ahleiten, werden zurückgewiesen. 
Wilson sieht in der besseren Ausbildung der linken Hirnhemisphäre, 
dem gröfseren Gewichte derselben und ihrer durch den gradlinigen 
Verlauf der linken Carotis erleichterten Blutversorgung die letzte Ur- 
Zeitschrift für Psychologie IV. 25
        

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