Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über einige neuere Fortschritte in der Anatomie und Physiologie der Arthropodenaugen
Person:
Fuchs, Sigmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15185/4/
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Sigmund Fuchs. 
Jeder solche Kegel ist rückwärts abgestutzt, manchmal sogar 
mit einer leicht konkaven Endfläche versehen. Das Ganze 
besteht, wie schon Grenacher abbildet, aus Lamellen, welche 
sich aufsen der äufseren Oberfläche, in der Tiefe aber mehr 
und mehr der inneren, zapfenbildenden Oberfläche anschliefsen. 
Dabei heben sich gewisse Schichten durch ihr optisches Ver¬ 
halten von ihrer Umgebung ab, eine oberflächliche, welche 
aber schon deutliche Zapfen zeigt, und eine wahrscheinlich in 
jedem Kegel enthaltene, aber nicht überall gleich distinkte, mit 
den Chitinlamellen nicht parallele Schichte, welche einen Kegel¬ 
mantel von dem Kegelinnern trennt. Die Axen der Kegel 
stehen nur in der Gegend des vorderen Augenpoles senkrecht 
zur Hornhautoberfläche; periplieriewärts gewinnen sie eine 
immer stärkere Neigung, so dafs der Winkel zwischen Kegel¬ 
axe und Hornhaut von einem Rechten bis um 40° und noch 
mehr abweichen kann. Der Kegel ist, abgesehen von seiner 
Spitzenfläche, völlig in schwarzes Pigment gehüllt; der letzteren 
gegenüber befindet sich in einer Entfernung von etwa 0,04 mm 
das Netzhautelement, die Retinula, mit dem am Querschnitte 
sternförmigen Rhabdom. Auch die Retinula ist noch von 
Pigment umgeben, welches fast kontinuierlich in jenes der 
Kegel übergeht. Die dioptrische Wirkung dieses Apparates 
ergab sich nun in folgender AVeise. Wurde die vordere Fläche 
desselben mit Luft in Berührung gelassen, während die Mantel¬ 
fläche der Kegel und deren Spitzenfläche in Glyzerin vom 
Brechungsindex des Käferblutes (n = 1,34b) lag, so ergab sich 
bei mikroskopischer Betrachtung, dafs das Bild äufserer Objekte, 
deren Strahlen parallel waren, in der Spitzenfläche der Kegel 
oder etwas hinter derselben lag; natürlich gilt dies nur für 
jene Kegel, deren Axen nahezu parallel der Mikroskopaxe 
waren; an den Mantelflächen dieser Kegel trat nirgends Licht 
aus. Anders verhielt es sich mit jenen Kegeln, welche schief 
standen ; an diesen sah man eine in der Mantelfläche oder in 
deren Nähe gelegene Brennlinie. Aus alledem ergiebt sich, 
dafs ein Kegel des Limulusauges, von der Kornealoberfläche 
bis an die Spitzenfläche gerechnet, ein dioptrischer Apparat 
ist, der hauptsächlich als Linsenzylinder von der Länge seiner 
Brennweite wirkt. Das von ihm entworfene Bild eines 150 cm 
vom Auge entfernten, 22 cm messenden Objektes ist 0,043 mm 
grofs. Von Bedeutung ist noch, dafs die von zwei diskreten
        

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