Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Grundempfindungen in normalen und anomalen Farbensystemen und ihre Intensitätsverteilung im Spektrum
Person:
König, Arthur Conrad Dieterici
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15183/23/
Die Grundempfindungen und ihre Intensitätsverteüung im Spektrum. 263 
darauf beschränkten, clen Spalt s0 auf die Hälfte zu verkleinern 
oder auf das Doppelte zu vergröfsern.1 
In jeder der beiden Endstrecken ist der Verlauf der Elementar - 
Empfindungs-Kurven (ebenso wie es bei dem monochromatischen 
System geschah) durch Intensifätsvergl ei chung zu ermitteln. 
1 In der oben erwähnten vorläufigen Mitteilung über die Resultate 
dieser Untersuchung (Sitzungsberichte der Berl. Akad. vom 29. Juli 1886, S. 808) 
ist hier folgende Anmerkung gemacht : 
„Nur wenn die Farbengleichungen solches Spektrallicht enthielten, 
welches stark von dem Pigment der Macula lutea absorbiert wird, zeigte 
sich eine bisher noch nicht näher bestimmte Abhängigkeit. Es wurde 
ihr Einflufs möglichst dadurch beseitigt, dafs man in diesem Teile des 
Spektrums die Intensität des in verschiedenen Mischungen benutzten 
Lichtes thunlièhst gleich wählte. — Es darf hier ferner nicht unerwähnt 
bleiben, dafs bei einem fünften dichromatischen Systeme auch in anderen 
Teilen des Spektrums eine solche Unabhängigkeit von der Intensität nicht 
ganz sicher vorhanden zu sein schien. Es ist dieses System hier nicht 
weiter berücksichtigt worden, weil seine Durcharbeitung von dem Be¬ 
sitzer selbst , einem jungen Physiker, beabsichtigt wird, derselbe jedoch 
bisher die dazu erforderliche Mufse nicht gefunden hat.“ 
Inzwischen hat einer der von uns untersuchten Dichromaten, Hr. 
Dr. Eugen Brodhun, wie in mehreren anderen Richtungen, so auch in 
dieser, sein eigenes Farbensystem auf das sorgfältigste untersucht und, 
freilich bei viel gröfserer Änderung der Intensität, auch eine stärkere Ab¬ 
hängigkeit der Farbengleichungen von der Intensität gefunden, als wir. 
(Vergl. A. König, Sitzungsberichte der Bert. Akad., Sitzung vom 31. März 1887, 
S. 311.) Sodann hat Hr. E. Tonn in einer in der nächsten Zeit zu ver¬ 
öffentlichenden Untersuchung bei mehreren dichromatischen Systemen eine 
durchgehende Abhängigkeit der Koeffizienten a und b von der absoluten 
Intensität der benutzten Farben sicher konstatiert. Diese Abhängigkeit 
zeigt sich besonders bei niederen Intensitäten und schwindet assymptotisch 
bei der Zunahme der Intensität. Bei unseren hier angeführten Versuchen 
haben wir fast ausscliliefslich mit ziemlich hohen Intensitäten und, wie 
schon gesagt, mit verhältnismäfsig geringen Intensitätsänderungen ge¬ 
arbeitet, und es ist uns daher diese Abhängigkeit fast völlig entgangen. 
Das oben erwähnte fünfte dichromatische Farbensystem, bei dem wir die 
einzige derartige Beobachtung machten, ist auch von Hrn. E. Tons unter¬ 
sucht und mit allen übrigen in Übereinstimmung gefunden worden. Wie 
es gekommen ist, dafs wir ausscliliefslich hier und nicht auch bei den 
übrigen Farbensystemen die nur bedingte Richtigkeit des NEWTONSchen 
Mischungsgesetzes fanden, ist jetzt nachträglich nicht mehr klar zu 
stellen. — Die noch ausstehende Veröffentlichung der vollständigen 
Beobachtungsergebnisse der Hrn. E. Brodhun und E. Tonn wird die hier 
weiter in Betracht kommenden Einzelheiten ergeben, vor allem aber er¬ 
weisen, dafs die von uns früher vermutete Beziehung zum Pigment der 
Macula lutea nicht vorhanden ist.
        

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