Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sigm. Levy: Der Raumsinn der Haut. Inaug.-Dissert., München 1891
Person:
Pilzecker, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15173/2/
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Litteraturbericht. 
an einer Anzahl von 200 Individuen die Grenzwerte zu' ermitteln, 
innerhalb deren bei normaler Sensibilität die Kaumschwelle für dieselben 
Körperregionen variieren kann. Die Untersuchungen, welche sich auf 
die Extremitäten beschränkten, ergaben für die Fingerspitzen 2—4 mm 
als Grenzen normaler Schwankung, für die Zehenspitzen 6—15, Hand- 
und Fufsrücken 15—35, Vorderarm 20—50, Unterschenkel 25—50 mm. 
Weiter hat Verfasser zur Entscheidung der Frage nach dem Verhalten 
des Raumsinnes bei Anämie und Chlorose an einer Reihe geeigneter 
weiblicher Personen Prüfungen angestellt und dabei im Gegensatz zu 
den bisherigen Untersuchungen eine Verfeinerung des Raumsinnes der 
Haut konstatiert. A. Pilzecker (Göttingen). 
A. D. Waller. Experiments on Weight-discrimination. Proc, of the 
Physiol. Soc. 1892. No. 1. 
Verfasser hat seine (in Bd. 4 dieser Zeitschrift, S. 135 f. erwähnten) 
Versuche über die Unterschiedsempfindlichkeit für Gewichte, welche in¬ 
folge willkürlicher Erregung oder infolge elektrischer Reizung erhoben 
werden, in exakterer Weise wiederholt. Er findet, dafs die Unterschieds¬ 
empfindlichkeit bei willkürlicher Erhebung der Gewichte bedeutend 
gröfser (etwa 2,5 mal so grofs) ist als die Unterschiedsempfindlichkeit 
bei durch direkte galvanische Muskelreizung bewirkten Gewichtshebungen, 
dafs ferner die Unterschiedsempfindlichkeit bei galvanischer Reizung 
des Mediannerven noch geringer ausfällt als bei direkter galvanischer 
Muskelreizung, und dafs endlich bei faradischer Reizung des Median¬ 
nerven ein noch geringerer Wert der Unterschiedsempfindlichkeit erhalten 
wird als bei galvanischer Reizung desselben. Das Urteil über das 
Gröfsenverhältnis von Gewichten, welche infolge elektrischer Reizung 
erhoben wurden, stützte sich der Selbstbeobachtung des Verfassers nach 
auf die Empfindung des auf die Haut ausgeübten Druckes sowie auf die 
Wahrnehmung der Geschwindigkeit und des Umfanges der Gewichts¬ 
hebung. G. E. Müller (Göttingen). 
E. Schlegel. Das Bewufstsein. Stuttgart. Frommanns Verlag. 1891. 
128 S, 
Verfasser definiert den Geist „als diejenige Naturerscheinung, welche 
uns zu dem Schlüsse zwingt, dafs der Träger derselben ein Interesse an 
seiner Erhaltung und Selbstbestimmung kundgebe“. Die Existenz des 
Geistes bedeutet aber zugleich auch die des Bewufstseins, denn ohne 
sich seiner selbst und seiner Beziehung zur Aufsenwelt bewufst zu sein, 
könnte kein Wesen Interesse an seiner Erhaltung haben. Geist und 
Bewufstsein sind nicht nur Attribute des Menschen ; sie sind der ganzen 
Tierreihe und mit gewissen Beschränkungen auch der Pflanzenwelt eigen¬ 
tümlich; ihrem innersten Wesen nach überall gleich, nur verschieden 
an Inhalt und um so differenzierter, komplizierter, je höher gestellt ihr 
Träger in der Entwickelungsreihe. Verfasser erweist sich hiermit als 
Anhänger einer Hypothese, welche schon mehrfach von Fachmännern 
exakt wissenschaftlich ausgearbeitet und übrigens im Zeitalter des Dar-
        

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