Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sigm. Levy: Der Raumsinn der Haut. Inaug.-Dissert., München 1891
Person:
Pilzecker, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15173/1/
Litteraturbericht. 
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seine Schwingungszahl multipliziert. Bei Verwendung der letztermittelten 
Beaktionswerte bleibt für die verschiedenen Töne die zu ihrer Perzeption 
nötige Schwingungszahl im allgemeinen gleich. 
A. Pilzecker (Göttingen). 
Ch. Henry. Les odeurs et leur mesure. Rev. scientif. 1892. Tome 43. 
No. 3. S. 65-76. 
J. B. Haycraft hat beobachtet, dafs der Geruch chemischer Ver¬ 
bindungen, besonders der Kohlenwasserstoffe und anderer organischer 
Beihen, sich stetig mit dem Wachsen des Atomgewichtes ändert. Ver¬ 
fasser meint jedoch mit Becht, dafs nicht die Änderung des Atom¬ 
gewichtes, sondern vielmehr die Anordnung der Atome im Molekül, 
die Struktur der Verbindung also, mafsgebend sei, und dafs demgemäfs 
einmal künftig von den Konstitutionstheorien viel Gewinnbringendes für 
das Studium des Biechens zu erwarten wäre. — Von der Fortpflanzung 
des Geruches wissen wir nur, dafs sie auf der Verbreitung kleinster 
Partikelchen der riechenden Substanz in die umgebende Luft, mithin 
bei flüssigen Biechstoffen auf Verdunstung beruht. Ein Apparat, der 
Pèse-vapeur, dient zur Feststellung der Quantität, welche per Sekunde 
und Quadratmillimeter von riechenden Flüssigkeiten verdunstet. Ist 
diese Verdunstungsgröfse bekannt, so mifst Verfasser, wenn auch wohl 
nicht ganz fehlerfrei, wie viel von einem flüssigen Blechstoff in einen 
mit der Nase verbundenen Baum von bekanntem Volumen, Olfakto¬ 
meter genannt, verdunsten mufs, um eben dem Geruchssinn bemerkbar 
zu werden. Von dieser Menge entspricht dann derjenige Bruchteil, der 
aus dem Olfaktometer in die Nase aufgesogen wird, während der Best 
im Apparat bleibt, der ßiechschwelle. Um diesen wichtigen Bruchteil 
berechnen zu können, mufs man erstens eine Mafseinheit und ein Mefs- 
instrument für die Inspiration haben, und zweitens wissen, wie viel 
Luft oder anderes Gas bei der Inspirationseinheit von der Nase auf¬ 
genommen wird. Ersterer Forderung sucht Verfasser auf graphischem 
Wege zu genügen; letzteres bestimmte er für Kohlensäure. — Von den 
Nebenbemerkungen sei als physiologisch wichtig erwähnt, dafs die Ge¬ 
rüche mehr oder weniger die Lebensvorgänge des Körpers beeinflussen, 
besonders die Tiefe der Bespiration und die Muskelkraft, welches letz¬ 
tere dynamometrisch nachweisbar ist. Physikalisch interessant ist, dafs 
weifs gefärbte Substanzen am schnellsten Gerüche aufnehmen und wieder 
von sich geben, und dafs die anderen Farben alsdann in der Beihenfolge : 
gelb, rot, grün, blau folgen. Die Erklärung dafür, dafs die hellsten 
Stoffe sozusagen die besten Geruchsleiter sind, liegt darin, dafs das 
Licht die Verdunstung der Biechstoffe begünstigt. 
Schaefer (Bostock). 
Sigm. Levy. Der Baumsinn der Haut. Inaug.-Dissert. München 1891. 
30 S. 
Die von klinischem Interesse geleitete Arbeit bespricht kurz die 
Methoden der Untersuchung des Baumsinnes der Haut und sucht sodann
        

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