Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Eine neue Theorie der Lichtempfindungen
Person:
Ladd-Franklin, Christine
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15161/1/
Eine neue Theorie der Lichtempfindungen. 
Von 
Christine Ladd-Franklin 
in Baltimore, U. S. A. 
Bis jetzt weifs man gar nichts über das, was in der Netz¬ 
haut vorgeht, wenn das objektive Licht in Nervenerregung 
umgewandelt wird, — man weifs sogar nicht, ob dieser Über- 
tragungsprozefs physikalischer oder chemischer Natur ist. Alle 
Theorien darüber sind notwendigerweise rein hypothetisch ; 
man kann sie nur als heuristisch wertvoll ansehen. Jede der¬ 
artige Theorie braucht, um existenz berechtigt zu sein, nur 
einen solchen Prozefs anzunehmen, welcher die Erscheinungen 
naturgemäfs und einfach erklärt, ohne mit unseren anderen 
wohlbegründeten physiologischen Anschauungen in Widerspruch 
zu kommen. Die Aufgabe jeder Lichtempfindungstheorie besteht 
nämlich allein darin, einen Netzhautprozefs anzunehmen, welcher 
ein wenigstens mögliches Verbindungsglied zwischen den zwei 
Bereichen des physikalisch Feststehenden und des psychisch 
unmittelbar Empfundenen ist. 
Es ist unmöglich, jemanden für eine neue Theorie der 
Lichtempfindungen zu interessieren, der nicht von der Un¬ 
zulänglichkeit der bisherigen Theorien überzeugt ist. 
Jede Theorie der Lichtempfindungen mufs die fehlenden 
Brücken zwischen folgenden zwei Reihen paralleler Thatsachen, 
die für sie von kritischer Bedeutung sind, hersteilen : 
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