Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
C. Eitz: Das mathematisch-reine Tonsystem. Leipzig 1891, Breitkopf u. Härtel
Person:
Planck, Max
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15119/3/
114 
Litteratarbericht. 
Tral- . . ., bezw. als Min-, Din-, Trin- . . . interval! bezeichnet. Daher der 
Name: grofse „Terzine“, „Terzale“, „Biterzine“, „Diterzale“ u. s. w. für 
die Intervalle c° e~\ c° e+l, c° e~2, c° e+2 u. s. w. 
Auch die leitereigenen Drei- und Vierklänge erhalten besondere 
Namen, und zwar je nach den Terzenschritten, welche sie zusammen¬ 
setzen. Zur Abkürzung bedeutet die Silbe er eine kleine Terz (c° es0), 
al eine kleine Terzale (c° es+l) und in eine grofse Terzine (e° e_1). Daher 
heifst der Durdreiklang Inal (c° e~~x grr), der Dominantseptimenakkord 
Inaler (c° e~x g° b°), indem hier die dritte Terz als Nullintervall angenommen 
wird. 
Erläuterungen, Beispiele und Notenfiguren machen die Bedeutung 
aller Definitionen anschaulich, wie denn die ganze Darstellungsweise 
sich bei aller Knappheit des Stiles überall durch Klarheit, Schärfe und 
Konsequenz auszeichnet. An eine Einführung der neuen Kunstausdrücke 
in die Praxis wird wohl kaum zu denken sein, indes erklärt der Ver¬ 
fasser selbst in seinem Vorwort, dafs es ihm nicht darauf ankommt, 
diesen allgemeine Verbreitung zu verschaffen, sondern nur darauf, die 
Sache selbst zweckmäfsig und erschöpfend zu behandeln. 
Max Planck. 
H. Münsterberg. Vergleichung von Tondistanzen. Münsterbergs Bei¬ 
träge zur experimentellen Psychologie. Heft 4. (1892.) S. 147—177. 
Das neue Heft von Münsterbergs „Beiträgen“ fesselt mehr noch als 
die früheren durch die besondere Fähigkeit des Autors, mannigfaltige 
Fragen aufs Experiment zu bringen, durch die Leichtigkeit in der Er¬ 
findung neuer Hülfsmittel und die Energie der Untersuchung; und es 
fordert im ganzen (den letzten Artikel ausgenommen) doch weniger 
als die früheren durch die Raschheit und Gewagtheit der Folgerungen 
zur Kritik heraus. Ich erlaube mir einige Bemerkungen zu seinem 
Aufsatz über die viel diskutierte Tondistanzenfrage. 
M. findet meine Einwendungen gegen Lorenz im wesentlichen be¬ 
rechtigt und von Wundt nicht entkräftet, zum Teil sogar direkt bestätigt. 
Doch sei durch Lorenz das Überraschende zu Tag gekommen, dafs 
zwischen zwei klangverwandten (M. meint hier wohl: der Klangfarbe 
nach verwandten) Tönen als Mitte ein Ton gewählt wird, der der arith¬ 
metischen Mitte der Schwingungszahlen entspricht. Ich kann darin 
in allen Fällen, wo die arithmetische mit der sog. musikalischen Mitte 
zusammentrifft, auch jetzt mit dem besten Willen nichts anderes erblicken, 
als was man zuallernächst erwarten mufste. Im besonderen scheinen 
M. nicht entwertet die Versuche mit der Doppeloktave, weil hier faktisch 
njc^f die musikalische Mitte (Oktave), sondern die davon abweichende 
ariffepaetjgçhe (die grofse Terz der Oktave) gewählt wurde. Meine hier- 
aqü bezüglichen Bemerkungen (Zeitschr. /'. Psychol. I, S. 443) sind zu meinem 
gçqfsjçjj !ßed,apßth selbst von M. mifsverstanden. Ich sagte, man habe 
sich fetetr gßgen die Versuchung (durch den musikalischen Eindruck 
als, gojqjjpn bestimm^ zu werden) ausdrücklich und kräftig gestemmt. 
Dp^i(t, üf piçht qipe Tendenz behauptet, die Oktave von den Aussagen 
auszuschli,qfsen. Sich aber gegen den blofs musikalischen Eindruck
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.