Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F. Pöller: Experimental-Beiträge zur Myopie-Hygiene. Arch. f. Hygiene, S. 335–343, 1892
Person:
Du Bois-Reymond, Claude
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15115/1/
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L i t fera turberich t. 
Die Abtragung der postfrontalen Gegend bei Affen weist darauf bin, 
dafs dieser Rindenteil mit seitlichen Kopf- und Augenbewegungen in 
Beziehung stehe, und Reizung dieser Partie habe Öffnen der Augen, 
konjugierte Deviation und seitliche Drehung des Kopfes zur Folge, 
Die präfrontalen Gegenden haben die gleichen funktionellen Beziehungen 
wie die postfrontalen. Andere Symptome nach Abtragung des Frontal¬ 
lappens, wie z. B. Gesichtsstörungen (Hitzig) konnte Verfasser nie 
beobachten; den Anschauungen von Münk, dafs die Frontalgegend die 
sensorische Sphäre des Rumpfes sei, widersprechen übrigens nicht nur 
des Verfassers Versuche, sondern auch diejenigen von Horsley, Schäfer, 
Hitzig u. a. Was den psychischen Defekt nach Abtragung der Frontal¬ 
lappen anbetrifft (Goltz, Hitzig), so ist Verfasser der Meinung, dafs er 
diesen zuerst herausgefunden habe; die in dieser Weise operierten Tiere 
zeigten ein Unvermögen, Objekte zu sehen, welche nicht zufällig in ihr 
Gesichtsfeld fielen; dies deute auf den Verlust psychischer Konzentration, 
die ja in engster Beziehung zu den willkürlichen Bewegungen der 
Augen stehe. C. v. Monakow (Zürich). 
A. L. Smith. Der Linsenmesser der „Genfer optischen Gesellschaft“. 
Knapp und Schweiggers Archiv f. Augenheilkunde. Bd. XXV., S. 131 
bis 135 (1892). 
Es wird ein offenbar sehr handliches, einfaches und praktisches 
Instrument beschrieben, welches dazu bestimmt ist, rasch und genau die 
Stärke jeder Art von Linsen, sowie die Axenlage von Zylindergläsern an¬ 
zugeben. Die Oberfläche einer Linse wird gegen drei Stahlspitzen an¬ 
gedrückt, von denen die mittlere beweglich ist. Wird diese Stahlspitze 
herabgedrückt, so zeigt ein Zeiger auf einem Zifferblatt die Dioptrien an. 
Knapp betrachtet in „Ergänzenden Bemerkungen“ zu obigem das 
Instrument als unentbehrliche Ergänzung des Brillenkastens. Es ergab 
die Prüfung sehr genaue Resultate. R. Greeff. 
F. Pöller. Experimental-Beiträge zur Myopie-Hygiene. Arch. f. Hygiene. 
XIII. S. 335-343. (1892.) 
Eine Versuchsperson las, auf einem hochlehnigen Stuhl vor einem 
Lesepult sitzend, 5 mm hohe, dreistellige Ziffern, die immer an derselben 
Stelle in einem Ausschnitt sichtbar wurden. Ein Metallring, am Kopfe 
befestigt, verband leitend zwei im Bogen vom Pult zur Lehne laufende 
Neusilberdrähte. Eine stromliefernde Batterie und ein Galvanometer 
mit umgerechneter Skala waren in solcher Weise damit verbunden, dafs 
der Beobachter im Fernrohr gleich die Sehweiten ablesen konnte, indem 
die Widerstandsänderung in der Leitung beim Annähern des Kopfes an 
das Pult allein auf die Magnetnadel wirkte. (Apparat von Schütz, ver¬ 
öffentlicht in Wiedemanns Annalen). Verfasser liefs die Versuchs¬ 
person drei Stunden hindurch lesen, wobei alle sechs Sekunden die Seh¬ 
weite festgestellt wurde. Von zwanzig dieser ersten Ablesungen wurde
        

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