Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
G. Sergi: Un primo passo alla pedagogia scientifica e la carta biografica. Con illustrazioni, Milano-Roma-Napoli, Trevisini, 1892
Person:
Ufer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15107/1/
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Litteraturbericht. 
können wir das nicht zugehen unter einem Gesichtspunkte, den auch 
Sully für den wichtigsten hält, wenn er schreibt : 
“The real business of the teacher of pedagogy is to take principles 
from the psychologist and to clothe them with concrete and practical 
illustrations. Unless this be done the knowledge of the principle is 
useless, if indeed it is not positively harmful by deluding its possessor 
into supposing that he possesses an educational compass. I fear that too 
many of our young teachers, who get up their psychology hastily for 
examination purposes, remain mere memorizers of barren scientific- 
formulas; that they have no inkling of the manifold, far-reaching, all- 
pervading application of these simple laws to the concrete work of 
teaching. A good deal more time must be expended on exercising our 
young teachers during their student-course in this application of prin¬ 
ciple. How much thinking, for instance, must a student go through 
before he can recognize even the more important practical corollaries 
of the self-evident, trite principle : attention must be excited and under¬ 
stand^ furthered by connecting new and unknown facts with what is 
already known. A short course of lectures might with profit be devoted 
to the work of testing current methods of teaching by reference to this 
principle alone.” ' 
Was Sully in diesen trefflichen Worten für notwendig erklärt, 
findet man nur in kümmerlicher Weise angedeutet in dem von ihm so 
hoch geschätzten Werke von Bain (Education as a Science) oder in der 
auch hohen pädagogischen Wert beanspruchenden grofsen Psychologie 
des Amerikaners James; man findet es in der englischen uad amerika¬ 
nischen Litteratur unseres Wissens überhaupt nicht genügend. Wir 
Deutsche aber besitzen zwei äufserst wertvolle und umfassende Beiträge 
zur pädagogischen Psychologie, die nicht nur von den einfachen psycho¬ 
logischen Gesetzen nach allen Seiten die Anwendung machen, sondern 
auch diese Gesetze selbst aus demjenigen Induktionsmaterial, das dem 
pädagogischen Gedankenkreise angehört, in lebensvoller Weise gewinnen : 
Dörpfeld, Über Denken und Gedächtnis, und Lange, Über Apperzeption. 
Diese Werke sind auch in den pädagogischen Kreisen Englands und 
Amerikas geschätzt, so dafs das LANGESche Buch demnächst in einer 
Übersetzung erscheinen wird, wie die Educational Review in der Oktober¬ 
nummer (1892) berichtet hat. 
Aber auch abgesehen von diesen beiden Schriften ist Deutschland 
mit seiner pädagogischen Psychologie England und Amerika im allge¬ 
meinen weit voraus. Wer pädagogische Zeitschriften aus den Vereinigten 
Staaten liest, weifs, dafs sich dort der Ausbau einer psychologischen 
Pädagogik im engsten Anschlüsse an die deutsche Litteratur vollzieht. 
Ufer (Altenburg). 
G. Sergi. Un primo passo alla pedagogia scientifica e la carta biografica. 
Con illustrazioni. Milano-Boma-Napoli, Trevisini, 1892. 35 S. 
Wie in Deutschland, so beschäftigen sich auch in Italien neuerdings 
hervorragende Physiologen mit pädagogischen Dingen; wir nennen hier 
nur die Namen Mosso und Sergi. Und zwar besteht zwischen den Aus-
        

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