Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Warren P. Lombard: Some of the influences which affect the power of voluntary muscular contractions. The Journal of physiology., Vol. XIII, Febr. 1892, S. 1 ff.
Person:
Müller, G. E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit15081/2/
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Litteraturbericht. 
ziüesen verstattet und mithin die zeitraubende Berechnung dieses Wertes 
aus den einzelnen Hubhöhen überflüssig macht. Wie schon früher in 
dieser Zeitschrift (Bd. 1, S. 197) berichtet, hat Verfasser an sich selbst 
und einigen anderen Individuen beobachtet, dafs die willkürliche Muskel¬ 
kraft nach ihrem ersten Versagen noch eine unbestimmbar lange Zeit 
hindurch eine Keihe periodischer Auf- und Abschwankungen erfährt. 
Im Hinblick hierauf setzte Verfasser fest, dafs die Willensermüdung in 
demjenigen Zeitpunkte als eingetreten zu betrachten sei, in welchem das 
erste Versagen der willkürlichen Muskelkraft stattfinde, und er unter¬ 
suchte nun, welchen Einflufs eine Reihe von Faktoren auf das in dieser 
Weise definierte Eintreten der Willensermüdung ausüben, ob sie dasselbe 
(bei gleich bleibendem Gewichte, gleich bleibendem Intervalle zwischen 
den einzelnen Hebungen u. s. w.) beschleunigen oder hinausschieben. Es 
zeigte sich, dafs das Eintreten der Willensermüdung durch allgemeine und 
lokale Ermüdung, sowie durch Hunger beschleunigt wird. Hohe Tempe¬ 
ratur wirkte gleichfalls schwächend auf das Leistungsvermögen des 
Willens ein, namentlich dann, wenn zugleich der Feuchtigkeitsgehalt der 
Luft ein hoher war. Doch mufste heifses Wetter zwei bis drei Tage 
andauern, wenn es diese nachtheilige Wirkung in vollem Mafse ent¬ 
wickeln sollte. Einen gleich langen Zeitraum mufste kühles Wetter be¬ 
stehen, wenn sich der erholende Einflufs, den es auf das Leistungs¬ 
vermögen des Willens ausübte, in vollem Mafse zeigen sollte. 
Nahrungsaufnahme, Ruhe und insbesondere Schlaf bewirkten eine 
Erholung der Leistungsfähigkeit des Willens. Der Einflufs der Nahrungs¬ 
aufnahme zeigte sich nach Verlauf von etwa .10 Minuten, erreichte nach 
30—45 Minuten sein Maximum und war nach ungefähr 60—65 Minuten 
ganz vorüber. 
Alkohol in geringer Dosis bewirkte eine deutliche Zunahme der 
Leistungsfähigkeit des Willens, während Tabak im gegenteiligen Sinne 
wirkte. Doch erstreckte sich der Einflufs beider Substanzen nur über 
einen Zeitraum von 1 bis 2 Stunden. Wurden die Muskeln nicht durch 
den Willen, sondern durch elektrische Reize erregt, so zeigten sich beide 
Substanzen wirkungslos. Mithin mufs der Einflufs, den beide Substanzen 
auf die bei willkürlicher Erregung eintretenden Leistungen der Muskeln 
ausüben, darauf beruhen, dafs diese Substanzen in irgendwelcher Weise 
auf die bei den willkürlichen Gewichtshebungen beteiligten Teile des 
Gehirns oder Rückenmarkes einwirken. 
Durch die Übung wurde die Leistungsfähigkeit des Willens sehr 
gesteigert. Übung der einen Hand scheint indessen auf das Leistungs¬ 
vermögen des Willens mit der anderen Hand gar keinen oder nur sehr 
geringen Einflufs auszuüben. 
Verfasser fand, dafs das Leistungsvermögen seines Willens unter 
sonst gleichen Umständen in der Zeit von 3 Uhr 30 Min. bis 4 Uhr 
30 Min. nachmittags geringer ist als in der Zeit von 5 Uhr 30 Min. bis 
6 Uhr 30 Min. nachmittags.1 Er vermutete, dafs dies im Zusammen- 
1 Wesentlich anders waren die Resultate, welche nach einer Mit¬ 
teilung von Mosso {Die Ermüdung, S. 299) Patrizi bei entsprechenden
        

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