Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die punktförmig begrenzte Reizung des Froschrückenmarkes
Person:
Sirotinin, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit1502/9/
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W. Sibotinin: 
verschiedener Orte nur abweichen durch die zeitliche Folge, nach welcher 
die Muskeln in die Zusammenziehung eintreten, durch den Umfang und 
durch die Dauer ihrer Contraction. Hierzu konnte noch ein W eiteres treten. 
Die beiden Beine stehen, wie die Beflexe lehren, innerhalb des Rücken¬ 
markes in einem so innigen Zusammenhang, dass bei der unmittelbaren 
Reizung einer grösseren Zahl von centralen Bezirken zweiseitige Bewegung 
vorauszusehen war, indess andere ihre Wirkung nur auf eins der Glieder 
beschränkten, sei es des gleich- oder des andersseitigen Beines. 
Eine recht vielfältige Yertheilung der Stiche auf alle Abtheilungen des 
Markes war demnach geboten, und zugleich empfahl es sich, wenn ver¬ 
schiedene Stiche in einer Längs- oder Querrichtung ausgeführt werden 
sollten, ihre Reihenfolge einmal in gerader bez. von oben nach unten und 
ein anderesmal in umgekehrter Richtung, also von unten nach oben hin 
geschehen zu lassen. — Eine Grenze fanden die Stichreihen nur insofern, 
als sie nach oben hin in der Regel nicht über der zweiten Wirbel hinaus¬ 
gingen, um die allzu grosse Nähe des künstlichen Querschnittes zu meiden, 
und dass sie im Zwischenräume zwischen dem sechsten und siebenten 
Wirbel am Austritte der Wurzeln des Plex. ischiadicus ihr Ende nahmen. 
Die Beschreibung der Folgen einer Stichreihe, die nahe der Mittel¬ 
linie ausgeführt wurde, stelle ich voraus. — Dürfte das Rückenmark das 
Frosches dem des Menschen verglichen werden, so hätte die Nadel die zarten 
Stränge, graue und weisse Commissur, bez. den inneren Theil der grauen 
Masse mit dem der Pyramidenbahn angehörigen Theil der Yorderstränge 
durchbohrt. 
Stets wurden, wenn der Einstich wirksam war, Bewegungen in beiden 
Beinen ausgelöst und jeder der drei Muskeln konnte von jedem Punkte 
der Stichlinie aus zur Zusammenziehung gebracht werden. Insofern waren 
alle in der Stichlinie vom zweiten bis über den sechsten Wirbel hinaus 
gelegenen Orte gleichwerthig, anders aber erwiesen sie sich, wenn man 
Rücksicht nahm: auf die Leichtigkeit mit der ein Muskel ansprach, auf 
die Dauer seiner latenten Reizung und den Umfang seiner Zusammen¬ 
ziehung. Dann lässt jeder Muskel besondere Beziehungen zu einzelnen 
Abschnitten des Markes gewahren. 
1. Die Verschiedenheiten der Anspruchsfähigkeit. 
a. Ileopsoas. Weit häufiger als die beiden anderen Muskeln bewegte 
sich der M. ileopsoas, wenn der Stich in die Höhe des zweiten Wirbels 
fiel. Unter mässigen Schwankungen blieb die Sicherheit, mit welcher der 
genannte Muskel ansprach, im dritten und im Zwischenräume zwischen
        

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