Bauhaus-Universität Weimar

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nach oben und hinten zeigte fich ein umfchriebener, 
etwa den vierten oder fünften Theil des Umfanges ein¬ 
nehmender grauer Fieck. Ich iiefs die Augen, deren 
Choroidea ganz biofs gelegt war , mit etwas wenigem 
Spiritus benetzt im Fenfter ftehen ; nach 1-J- Tagen fall 
ich fie zufällig und fand fie ganz grau, den grauen 
Fleck ganz fchwarz. 
IV. Unterfuchung zweier fchnell verftor- 
b e ner Stubenvögel. 
In dem Monat Februar diefes Jahres erhielt ich 
einen einige Jahre alten Dompfaffen , der gut gepflegt 
und genährt immer wohl und munter gewefen war, bis 
er eines Mittags plötzlich todt niederfällt. 
Ich fand ihn fehr wohl beleibt und fett. Er hatte 
noch etwas Futter im Magen Alle Eingeweide der 
Bruft und des Unterleibes waren gefund, bis auf die 
Teftikel, von dielen warder rechte grofs und von Sa¬ 
men ftrotzend, fonft natürlich befchaffen; der linke 
dagegen war noch einmal fo grofs als der rechte, 
fall dunkelroth aus und war in eine der Milz der Vögel 
nicht unähnliche Malle verwandelt. Nachdem ich die 
Haut des Kopfes entfernt, entdeckte ich fogleich ein 
Blutextravafat; ohngefähr einer Erbfe breit lag es in 
der luftführenden Diploe; das ganze kleine Gehirn war 
aber mit Blut bedeckt, welches gewit's einige Gran ge¬ 
wogen haben würde. Ich mufs bemerken, dafs ich den 
Vogel gleich nach feinem Tode erhielt, und dafs er 
nicht die geringlte äufserliche Verletzung erlitten hatte. 
Wenige Tage darauf lägte mir ein Freund, dafs 
ihm fein Stieglitz, nachdem er einige Augenblicke die 
Epilepfie gehabt, plötzlich verftorben fey; ich bat mir 
ihn zur Unterfuchung aus. Ein junger Arzt hatte be¬ 
reits die allgemeine Bedeckungen und die Eingewei¬ 
de entfernt. Er fagte mir, dafs ihm nichts als die 
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