Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Vorkommen von Kohle in menschlichen Gallensteinen, nebts einigen Bemerkungen über Verkohlung organischer Körper überhaupt
Person:
Jäger, G.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14900/4/
Glühen des Löffelchens wieder verfchwand. Das Pul¬ 
ver hatte dabei etwas an Gewicht verloren, fein An- 
fehen aber hatte fleh wenig verändert, nur hatte fich ein 
Theil deffelben zu einem fefteren Kern vereinigt. Die- 
fes veränderte fich mit concentrirter Schwefelfäure über- 
goffen, auch nach mehreren Monaten nicht. Nach 
dem Auswafchen mit deftillirtem Waffer erfchienen nun 
wieder zwifchen der dunkelfchwarzen Maffe metallifch 
glänzende Punkte. Von dem jetzt noch übrigen zwei 
Centigrammen betragenden Pulver blieben nach dem 
Glühen in einem bedeckten Platinatiegel wenige gemei¬ 
ner Afche ähnliche Stäubchen übrig. In dem deftillir- 
ten Waffer, mit dem der Platinatiegel ausgefotten wurde, 
löften fich jene Stäubchen auf ; nach Zugufs von berliner- 
blaufaurem Kali zeigte fich keine Veränderung; eben fo 
wenig nach Zugufs einer Auflöfung von bernfteinfaurer 
Soda. Die Gegenwart von Eilen ift alfo fehr unwahr- 
fcheinlich. Um fo beftimmter fcheint mir der Gehalt 
an freier Kohle in diefem Pulver und zwar in der äufse- 
ren rilligen, metallifch glänzenden Rinde erwiefen zu 
feyn, da diefe für fich allein, den mit dem Pulver G an- 
geftellten Verfuchen unterworfen, fich völlig auf gleiche 
Art wie diefes verhielt, nur mit dem Unterfchiede, 
dafses in einem filbernen Löffel über das Licht gehalten, 
viel ftäiker und anhaltenderden Geruch nach thierifchem 
Dunfte ausftiefs, was voraus zu erwarten war, da fchon 
die Farbe der Rinde es fehr wahrfcheinlich machte, dafs 
die harzige Subftanz B wohl vorzugsweife und ohne 
Zweifel auch ein gröfserer Theil der braunen Subftanz 
A und zugleich auch noch etwas Fettwachs in die Mi- 
fchung der Rinde des Steins einging. 
Ein einzelner Gallenftein aus einem andern weib¬ 
lichen Leichnam, der ohngefähr die Gröfse einer Ha- 
felnufs hatte und acht und neunzig Centigrammen wog, 
beftand aus einem feften glänzenden Kerne, der fich
        

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