Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Mechanismus der Einsaugung bei den warmblütigen Thieren: Bull. de la soc. philom., 1820, p. 132
Person:
Magendie
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14892/2/
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Immer ftancl alfo die Leichtigkeit der Einfaugung 
im geraden Verhältnis mit dem innern Drucke auf die 
einfaugenden Gefäfse, und es fand fich hier etwas ganz 
mechauifches, ein wahres Phänomen der Capillaritäf. 
Hing nun aber die Einfaugung idofs vom Bau der 
Gef ifse, wie von der Gapillarität ihrer Poren an, fo mufste 
fie üch nach wie während dem Leben verhalten. In der 
That war dies der Fall. 
Eine Vene wurde fo in eine faurc Flüfögkeit ge¬ 
bracht, dnfs ihre Enden nicht eintauchten, darauf in 
ihre Höhle warmes Waller geflöfst, welches natürlich 
nicht mit der umgebenden Flüffigkeit communicirte. 
Dennoch war nach einiger Zeit das unten aus ihr fiie- 
fsende VVaffer deutlich lauer, mithin war die FJtiffigkeit 
von aufsen eingedrungen, es hatte Einfaugung Statt 
gefunden. 
Bei einem andern Verfucha wurden in den Herz¬ 
beutel eines vor einigen Tagen geftorbenen Hundes 
Wafler und Efflgfäure gebracht, und VVaffer in die 
Ivranzpulsadern gefpritzt. Dies kam bald fauer durch 
die Vene zurück, und es hatte daher fowohl durch die 
grofsen als kleinen Gefäfse nach dem Tode Einfaugung 
Statt gefunden. 
Durch frühere Vcrfncho war nachgewiefen , dafs 
durch die kleinen Gefäise die Einfaugung auf digfelbe 
Weife und unter denfölben Umftänden im Leben Statt 
findet; für die grofsen mufste cs noch bewiefen werden. 
Daher wurde bei einem jungen Hunde die eine 
Halsvene forgfaltig entblöfst, von den benachbarten 
Theiien durch eine Karte getrennt, ihre Oberfläche mit 
dem geiftigen Extract der Kux vomica beftrlchen und 
gefunden, dufs nach 4 Minuten die gewöhnlichen Er¬ 
scheinungen anfangs ich«ach, bald Barker eintraten. 
Bei einer Pulsader traten diefeJben Erfcheinungen, 
nur, wegen cier Dicice tier VVaztou, langiamer ein.
        

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