Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beschreibung einer merkwürdigen Geschwulst: Journal de médec., T. VII, p. 29
Person:
Cloquet, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14867/1/
397 
XX. 
J. Cloquet Befchreibung einer merk¬ 
würdigen Gefchwulft. (Journal de médec. 
T. VII. p. 29.) 
In der rechten Leiftengrube eines Mannes fand ich eine 
auf den, durch fiezufammengcdriickten, unterhalb diefer 
Stelle bis zu dem Hoden ftark ausgedehnten Samenge- 
fäfsen fitzende, bimförmige, fehr harte, im gröfsten 
Durchmeffer 2}" haltende Gefchwulft. Sie hob das, 
drei Viertheile ihres Umfangs bekleidende Bauchfell in 
die Höhe, und befafs einige Beweglichkeit. Dem An- 
fchein nach hatte fie fich in dem, daffelbe von aufsen 
bekleidenden Zellgewebe entwickelt. Sie befteht aus 
einer ziemlich dünnen, faferknorplichen und knöcher¬ 
nen Schale, enthält eine talgartige, gelbliche, fade 
riechende Subftanz, in welcher fich eine fehr grofse 
Menge äufserft feiner, blonder Haare befinden, von 
denen die längften ungefähr zehn bis zwölf Linien 
xneffen. 
Diefe Gefchwulft ift befonders infofern intereffant, 
als fie beweift, dafs die, nicht feiten in den Eierftö- 
cken mit Fett vorkommenden Haare keine Ueberbleibfel 
einer Extrauterinalfchwangerfchaft find, fondern ihre 
Entftehung einer krankhaften ungewöhnlichen Entwick¬ 
lung des Haarfyftems verdanken. 
XXI. 
Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Wir¬ 
bel. Von J. F. Meckel. 
Die Entwicklungsgefchichte der Wirbel ift fchon fo 
lange unterfucht worden, dafs es kaum möglich fcbeint,
        

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