Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Bau des runden Bandes: Aus Pallettas Exercitationes pathologicae. Mediol., 1820, p. 69 ff.
Person:
Anonymous
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14851/2/
aus die Sonde in der ganzen Länge des Bandes unter 
dem Querbande hervortreiben. 
Die erwähnten Gefäfse entfpringen in der obern 
Gegend des Iiiiftbeinloches von den Hiiftbeinlochgefä- 
fsen, und dringen unter dem Querbande durch den 
Pfannenausfchnitt in die Höhle des runden Bandes. In 
der Mitte derfelben fpaltet fich der Stamm in zwei Aefte, 
deren einer zum Schenkelkopfe, der andre rückwärts 
in die Pfannengrube tritt. Hier finden fich vorzüglich 
in der Jugend oft Löcher, welche die Gefäfse zur Di- 
ploë leiten. 
Bei 7 — 8 Monate alten Fötus ift dies Band pris- 
matifch und die Winkel werden von Faferbündeln gebil¬ 
det, über welche fich eine gemeinfchaftliche, in die Syno¬ 
vialhaut der Pfanne und des Oberfchenkelkopfes fort* 
gefetzte Hülle wirft. Die zwifchen den drei Bündeln 
befindliche kleine Höhle ift gegen die Pfanne und das 
Querband weiter, verengt fich aber gegen den Ober- 
fchenkelkopf hin und ift alfo kegelförmig. Die erwähn¬ 
te Höhle wird deutlicher, wenn man die äufsern Hüft- 
beinlochmuskeln entblöfst, das Zellgewebe im Umfange 
des Hüftbeinloches tfennt und nun eine diinne Sonde 
bis zum Oberfchenkelbeinkopfe einbringt. Wegen der 
Oeffnung des runden Bandes gegen das eirunde Loch 
hin kann man den Eintritt und den Verlauf der Gefäfse 
leicht nachweifen. 
Die Geftalt der Winkel diefes Bandes ift beim Fö* 
tus anders als beim Erwachfenen, dort gerade, hier ge¬ 
wunden , was vermuthlich eine Folge der Bewegungen 
des Oberfchcnkels ift, indem nothwendig das runde 
Band diefen folgen mufs. Hiedurch wird nicht blofs 
äußerlich jener gewundne Bau hervorgebracht, fondent 
die Höhle allmählich verfchloffen, indem durch den 
Druck in Folge der verfchiednen Bewegungen die Bün¬ 
del zu einem Strange verfchmelzen.
        

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