Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Anatomie zweier Klumpfüße: A. d. Edinb. med. Journal, Bd. 16, 1820, p. 220 ff.
Person:
Mackeever, Th.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14847/3/
Als ich diefe, um den Antheil eines jeden Kno¬ 
chen zu unterfuchen, durchfchnitt, konnte ich, zu mei¬ 
nem grofsen Erftaunen, äufserit leicht dem Fufs feine 
natürliche Geftalt geben, indem die Bänder, welche 
dies hinderten, fchwach und locker waren. 
Die Fufswurzelknochen zeigten wenig oder nichts 
abweichendes. Der Hals des Sprungbeins war etwas 
zu lang, aber nicht, wie Colles fahe, gedreht, und eben 
fo wenig fand Geh eine deutliche Linie zwifchen dem in¬ 
nerhalb und dem aufserhalb des Gelenkes beßndlichen 
Tlieile des Sprungbeinkopfes. Nur war der letztere 
etwas gefäfsreicher und fchwammiger. 
Das Fnfsgelenk zeigte, genau unterfucht, nichts 
fehr befonderes. Die Flächen waren ftark nach innen 
geneigt, wodurch die gebogne Geftalt des Fufses natür¬ 
lich begünftigt wurde. 
Wären die Kinder am Lehen gehlieben, fo würden 
Ge auf der äufsern Fläche des Ferfenbeines und Würfel¬ 
beines, der kleinen, vielleicht auch der nächften Zehe 
und ihren Mittelfufsknochen gegangen feyn. 
Bemerkenswerth ift, dais in beiden Fällen zugleich 
eine ftarke Wirbelfpalte vorhanden war. In der einen 
reichte die bläuliche Gefchwulft von dem letzten Rök- 
kenwirbel bis faft zum Ende des Steifsbeins. Das Riik- 
kenmark ging in eine bräuniichgelbe, weiche Subftanz 
über, und breitete Geh dann an der innern Fläche des 
Sackes in ein Bündel von Nerven aus. Die Nerven wa¬ 
ren fo grofs und feit als gewöhnlich, und behielten die- 
fen Bau bis zu den Wirbeln, wo Ge in die weiche, brei¬ 
ige, vorerwähnte Subftanz ausarteten. 
Einige Wochen fpäter unterfuchte ich ein, einige 
Tage altes Kind mit einer ähnlichen Zufammenfetzung 
von Mifsbiklungen. 
Die Fufsbildung unterfchied fich wenig von der 
befchriebenen.
        

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