Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Bau der Giftzähne der Schlangen: Phil. Transact., 1818, p. 471 ff.
Person:
Smith, Th.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14842/3/
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ich habe in einem folchen Zahne felbft einen feinen Gang 
gefunden, der aber blofs auf die Wände befchränkt war 
und gar nicht mit der Höhle in Verbindung ftand. 
Zu diefem Uebergange von einer ich wachen Längen« 
furche zu einer ftarken Vertiefung kann man die That- 
fache fügen, dafs fich von beiden keine Spur in den gift- 
zahnlofen Schlangen findet, wie ich bei einer grofsen 
Boaart fand. 
In Folge der befchriebnen Bildung zeigt ein hori¬ 
zontaler Durchfchnitt eines Giftzahns, woran die Rän¬ 
der der Längenvertiefung abgerundet find, eine cylin- 
drifche Höhle, den Giftkanal, welche durch eine halb¬ 
mondförmige, die Keimhöhle, beinahe ganz umgeben ift. 
So ift es bei der Cobra de Capello. 
Sind dagegen die Ränder der Vertiefung eckig, wie 
bei der Klapperl'chlange, fo ift das Anfehen etwas ver- 
fchieüen, indem der Giftkanal weit mehr von der Keim¬ 
höhle eingefchloflen ift. So fand ich es auch bei einer 
unbekannten Schlange, die doppelt fogrofs als die K lap, 
perfchlange ift. 
Durchfchneidet man den Zahn an verfchiednen Stel¬ 
len, fo findet man das Verhältnifs zwilchen dielen bei¬ 
den Höhlen verfchieden, fofern die Keimhöhle gegen die 
Grundfläche, die Gifthöhle gegen die Spitze hin fich be¬ 
deutend vergröfsert, fo dafs hier nur fie erfcheint, in¬ 
dem der Zahn hier folide ift. Auch findet man beim 
Durchfehneiden eines völlig gebildeten Giftzahns den 
Giftkanal vorn genau durch die verdickten Wände der 
den Keim enthaltenden Höhle bekleidet, diefe Höhle 
aber verfchwindet nie, fondern findet fich in allen 
Schlangenzähnen, auch wenn das Thier ganz ausge- 
wachfen ift. 
Bei den ganz ausgebildeten Giftzähnen verfchmel- 
zen die Ränder der Spalte oft. Sind fie eckig, fo be-
        

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