Bauhaus-Universität Weimar

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Beziehung befchränken und (ich zur blofsen Nafendrüfe 
ausbilden (die dann freilich aufhörte an das Auge ge¬ 
bunden zu feyn, daher auch wohl deni Ende ihres Aus¬ 
führungsganges fich mehr nähern und in die Kieiier- 
®der Nafenhühle treten konnte.). 
Eine folche Nafendrüfe findet fich wirklich bei den 
Vögeln noch in der Nähe des Auges. Man hat diefelbe 
Jängl't bei WalTervögeln, wo fie befonders ausgebildet 
ift, beobachtet, ohne ihre Bedeutung und Function zu 
kennen. Cuvier l) und Tiedemann 2 ) gedenken der- 
felben als bei Enten und andern Schwimmvögeln, fo 
wie bei vielen Sumpfvögeln vorkommend und cia den 
obern Theil des Orbitalrandes oder die Stirn einneh¬ 
mend; aber beide bekennen, den Ausführungsgang 
nicht gefunden zu haben; jedoch ftcllte 'liedemann die 
freilich irrige Vermuthung auf, dafs derfelbe am hin¬ 
tern Ende der Orbita herab zur Augenhöhle laufe, in- 
'dem er einen blofsen Zipfel der Driife dafür nahm. 
Die Beobachtung diefes Drüfenkörpers beim ge¬ 
meinen Kiebitz, den Herr Tiedemann ausdrücklich un¬ 
der den Vögeln nennt, welche mit demfelben verfehen 
•feyen, oder fchon die Betrachtung eines Schädels die¬ 
fes Vogels, fo wie anderer Charadrien 3) hätte iängft 
l) Leçons d’ anat. comp. II. p. 44<*. 
S) Zoologie III. B. S, 88. 
3) Auch der Kiebitz und die Vanelli der Neuem überhaupt 
lind Charadrien und können unmöglich blofs darum von 
diefen getrennt werden, weil fie einen (doch nur im Ru¬ 
diment vorhandenen) Fufsdaumen haben. Ein fehr ver¬ 
kümmerter Zeh und keiner ift phyfiologifeh eins. Es ift 
zu verwundern, dafs die meiften Ornichologen bei der Be- 
ftimmung mancher Gattungen und Familien auf d;e An* 
wefenlieit oder den Mangel eines Zehes fo grofsen Werth 
legen, da mit Recht faft Alle Bedenken ge.ragen haben,
        

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