Bauhaus-Universität Weimar

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Der angegebene Verlauf des Ausführungsganges 
findet faft in allen Fällen Statt, wo die Drtife an der 
Stirn, am Orbitalrande, oder in der Orbita liegt. 
Wenn fie fich aber felbft auf jenem Wege in die Kie¬ 
ferhöhle erftreckt, oder fie fich ganz vor dem Fiü- 
ge^lfortfatz des Riechbeins befindet, fo ift von felbft 
klar, wie viel von der Strecke feines Verlaufs abge¬ 
rechnet werden mufs. Wenn die Drüfe unter dem 
Auge befindlich ift, fo geht der Ausführungsgang, 
oder vielmehr fie felbft mit ihrem vordem Theile ftatt 
über den befagten Fliigelrortfatz, unter demfelben, 
aber auch hinter dem Thränenbeine zur Nafe hin. 
Nur beim Wendehals, Wiedehopf und der Mauer~ 
fcliwalbe habe ich die Anordnung gefunden, dafs der 
Ausführungsgang der am Orbitalrande liegenden Na- 
fenilrüfe ganz auswendig, wie die Thränenkanäle, über 
den äufsern Hand des Fliigelfortfatz.es des Riechbeins, 
und zugleich, wie es fcheint, von aufsen über das 
Thränenbein hinweg geht, um dann erft in die Nafe 
einzudringen. Indeffen bin ich nicht gewifs, ob nicht 
das' bei manchen Pafferinen und Picarien ohnehin fehr 
kleine und verkümmerte, mit dem Fliigelfortfatz des 
Riechbeins dicht verbundene, und fchwer zu unter- 
fcheidende Thränenbein hier gänzlich fehlt, oder we- 
nigftens des abfteigenden Aftes ermangelt, wie diefes 
letztere bei der Mauerfchwalbe der Fall zu feyn fcheint. 
Ueber die Feuchtigkeit, welche von der Nafen- 
drüfe der Vögel abgefondert wird, konnte ich keine 
näheren Unterfuchungen anftellen. Doch habe ich 
mich hinlänglich überzeugt, dafs fie ganz und gar 
nicht ölig ift, wie Herr Tiedemann behauptet, indem 
fie weder dem Gefühl fo erfcheint, noch einen Oel- 
fleck auf dem Papiere zurückläfst. Sie fcheint viel¬ 
mehr dünnfchleimig und der Thränenfeuchtigkeit ähn¬ 
lich zu feyn.
        

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