Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bemerkungen: Nachtrag zu einem im vorigen Bande des Archivs (Heft 1. p. 113) gelieferten Aufsatze von Jäger über den Herzknochen des Hirsches und den Zwerchfellknochen des Dromedars und des Vicunna
Person:
Leuckart, F. S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14825/3/
138 
kenrmiimente clefielben mit dem Zungenbeine verglichen, 
wo er lagt: l'enis longiusculus partim extra prominu- 
lus, partim intra latitans, duobus ligamentis nerveis 
conftans, unotenui, altero craffiore, circa radicem offe 
canilaginojb fulcitur, hnfiar n/jis Invidis. Auch Oken ') 
hielt früher Becken und Zungenbein für Homotypen,) 
Es fcheint mir, wenn man einmal Aehnlichkeiten 
auffuchen will, nicht entfernter zu liegen, diefen Kno¬ 
chen mit der Wirbelfaule zu vergleichen und ihn Ge- 
fchlechtswirbelßtitle oder Grjchleditsgeripp zu nennen; 
wobei das wohl auch berückfichtigt werden kann, dafs 
die Wirbel! au Je urfprünglich möglichft einfach hervor¬ 
geht, und dafs das ganze übrige Knochengebäude eigent¬ 
lich nur durch Wiederholen, Ansftrahlen und Zerfallen 
derfelben entftanden iit. Auch lind meiner Meinung nach 
d;e mit einem Ruthenkuachen verlcheneri äufsern Ge- 
ichlechtstlieile nach einem höhern Typus gebildet als 
die nicht damit verfeheneri, und zwar gerade deswegen, 
weil fielt bei jenen darin ein deutliches Skelett zu gehal¬ 
ten ftrebt, das bei einigen Thieren, z. B. Fiber zibethi- 
cus, in mehrere Knöchelchen zerfallen ifti) 2); auf welche 
Weife denn auch felbft die Ruthe und der Kitzler des 
Menfchen in diefer llinficht niedriger zu flehen fchei- 
nen, wofür mir das noch ein Beweis mehr ift, dafs man 
nie als krankhafte Formationen einen ähnlichen Knochen 
in denfelben gefunden hat, diefe alfo nicht im Stan¬ 
de zu feyn fcheinen, folchen in lieh zu bilden 3). Eben 
i) Ueber die Eedeutung der Schädelknoclien. p. 16. 
i": Sarrafiu in Mein, de la Soc. roy. des Sc. 1725. Ueberf. in 
Vroriep's Bibliothek. Bd. I. p. I 68. (Bifamratte.) 
3) Man bat wohl die Clitoris zuweilen fehr verhärtet gefun¬ 
den, doch das gehört hier nicht her, da dies ganze Glied 
daun gewifs immer durch Scirrhus degenerirt war. S. T, 
Bartholin Anatom, p. 187.. der den Kitzler fo bei einer
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.