Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bemerkungen: Nachtrag zu einem im vorigen Bande des Archivs (Heft 1. p. 113) gelieferten Aufsatze von Jäger über den Herzknochen des Hirsches und den Zwerchfellknochen des Dromedars und des Vicunna
Person:
Leuckart, F. S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14825/18/
erzählt von einer Familie mit überzähligen Fingern und 
Zehen, wo die Abweichung fich bis in die vierte Gene¬ 
ration fortpflanzte. Mein trefflicher Landsmann lind 
Freund Remet- *) erwähnt eines Falles, wo in einer Fami¬ 
lie ganz allgemein krumme kleine Finger an beiden Hän¬ 
den find. Kürzlich hörte ich von einer Familie, in der 
immer einige Individuen mit 4 Fingern Vorkommen fei¬ 
len. — Im geringem Grade gehören zu erblichen Fami- 
lienbefchaffenheiten manche phyfifche Ärmlichkeiten 
und Eigenheiten der Eltern bei Kindern, fo z. JB. an 
Haa ren, Augen, Nal’e u. f. w., die gewifs einen ähnli¬ 
chen Grund, nämlich den des grofsen Einiluffes der 
Erzeuger auf das Erzeugte, haben. Die Erblichkeit 
folchcr phyfifcher Eigenheiten (bei den pfychifehen kann 
man Tagen, lie werden anerzogen), fo wie mancher Ver- 
ftümmeiungen, die manche haben wegläugnen wollen, 
ift wohl keinem Zweifel unterworfen, und es liefse fich 
noch fehr viel für fie fagen, wenn uns dies hier nicht zu 
weit führte 2). 
Mehrere Beifpiele von erblichen Verftümmliin- 
gen 3) bei Menfchen und Thieren führt noch Blumen- 
bach 4) an. Die gewöhnlichften find; abgenutzte 
1) Metzgers Syftem der gerichtlichen Arzneiwiffenfchaft. Er¬ 
weitert von Renier. Fünfte Auflage. Königsb. und Leipz. 
1820. p. 367. 
2) Nicht am Unrechten Orte fcheint mir liier jedoch noch die 
an Fiei den , Rindvieh und Hunden gemachte Bemerkung von 
Sturm zu ftehen, dais der Kopf in der Regel im Jungen nach 
dem Vater und die Hintertheile nach der Mutter gebildet wer¬ 
den. S. Andeutungen der wichtigften Ragenzeichen beiden ver- 
fehiedenen Hausthieren. VonK.C. G. Sturm. Jen. iSie.g.p. 15. 
3) Man füllte docli genaue Verfuche an Thieren, befonders fitter 
gebärenden, anftellen, um knuftliche Ve: ftiiinmiungen fclinell 
erblich zu machen. So pafsten lieh wohl gut dazu Käufe, 
denen man mehrere Generationen hindurch den Schwanz ver- 
ftiimmlen , Kaninchen, denen man auf diete Weife die Ohren 
abfehneiden könnte, u. a. in. 
4) Heber Kiinfteleien u. f. w. S. vorh.
        

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